Der Hang rutscht


Die Sanierungsarbeiten werden wohl 20 Prozent teurer - jetzt soll der Steuerzahler einspringen. Politiker bei ihrem Besuch im Kloster
Fotos: Harald Frank
NEUMARKT. Die Sanierungs-Arbeiten am Kloster Plankstetten werden vermutlich viel teurer als bisher bekannt. Der Hang rutscht jeden Tag weiter.

Es habe sich gezeigt, dass in den 1960ern die inzwischen wieder abgerissene Turnhalle "unvorsichtig" in den Hang hinein gebaut wurde, was diesen destabilisierte. Der Hang oberhalb des Klosters rutsche jeden Tag einen Millimeter nach unten. Das bedinge zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung.


Zur massiven Verteuerung der Sanierungspläne würde auch die boomende Baukonjunktur beitragen, die sich in den Preisen für die anstehenden Arbeiten nieder schlage. Beides zusammen führe dazu, dass die Kosten für den neuen Bauabschnitt voraussichtlich rund 20 Prozent höher ausfallen als veranschlagt.

Abt Beda Sonnenberg und Frater Andreas Schmidt, Zellerar und Geschäftsführer der Klosterbetriebe, erläuterten nun zwei Bundestagsabgeordneten Historie und Details der Generalsanierung. MdB Alois Karl hatte dazu seine Kollegin im Haushaltsausschuss, Patricia Lips, bei einem Besuch in der Benediktiner-Abtei vertraut. Lips ist Berichterstatterin für Kultur und Medien und so auch zuständig für die Bezuschussung derartiger Projekte.

Vor 20 Jahren begannen die Mönche damit, die denkmalgeschützte Klosteranlage zu sichern und für zeitgemäße Anforderungen fit zu machen. Nach zwei erfolgreich abgeschlossenen Bauabschnitten, die das ehemalige Brauhaus und das Wirtschaftsgebäude sowie Konvent-Trakt betrafen, sollen nun der West- und Nordflügel des Gästehauses sowie das Abt- Maurus-Haus saniert werden.

In diesem Bauabschnitt wird im Erdgeschoss ein Technikgeschoss angebaut, das durch seine Betonausführung Teil der Hangsicherung ist. Damit werden die bisher durchfeuchteten hangseitigen Außenmauern zu trockenen Innenwänden. Dieses Technikgeschoss beinhaltet die gesamte Haustechnik wie Heizungs- und Wasserverteilung, Lüftungszentrale und Brandmeldeanlage. Durch die Unterbringung in diesem Neubau werde die historische und denkmalgeschützte Bausubstanz geschont und könne künftig höherwertig genutzt werden. Dieses Konzept werde vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege befürwortet und unterstützt.

Ohne die zusätzlichen Aufwendungen für die Hangsicherung würde der instabile Westhang durch seine Talbewegung die historische Klosteranlage bedrohen. Die Kostenberechnung aus dem Jahr 2017 sei überholt. Das Kloster führe "intensive Gespräche" darüber, wie diese Finanzierungslücke geschlossen werden könne.

Und da ist natürlich wieder der Steuerzahler gefragt: "Es wäre ein Traum, wenn hier der Bund uns zur Seite stehen würde", hieß es aus dem Kloster.

Erst vor kurzen sei durch die Zusage der Stadt Berching, einen Eigenanteil an den Sanierungskosten zu übernehmen, eine Städtebauförderung von zwei Millionen Euro ermöglicht worden.

Patricia Lips und Alois Karl zeigten Verständnis. Schließlich sei bei einem historischen Gebäude immer mit solchen negativen Überraschungen zu rechnen. Und auch die Baupreisentwicklung könne man schlecht dem Kloster anlasten. "Wir werden sehen, was wir tun können", hieß es von den Politikern.
04.10.18
Neumarkt: Der Hang rutscht

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