Richtfest am Klinikum


Über die Hälfte der Investitionssumme kommt der heimischen Wirtschaft zugute, sagte Landrat Willibald Gailler beim Richtfest
Foto:Schwindl
NEUMARKT. Nach siebenmonatiger Bauzeit konnte am Donnerstag am neuen Akutgeriatrie-Gebäude des Neumarkter Klinikums Richtfest gefeiert werden.

Im Oktober kommenden Jahres soll dann schließlich dieser zum 7. Bauabschnitt gehörende Neubau bezogen werden.

Landrat Willibald Gailler dankte zunächst den beteiligten Planern und Firmen, die zu dem reibungslosen Bauablauf beigetragen haben. Nicht ohne Stolz verkündete er, dass trotz der Verpflichtung zu EU-weiten Ausschreibungen mehr als 50 Prozent des Investitionsvolumens Firmen aus dem Landkreis Neumarkt zu Gute kommen. Damit werde die leistungsfähige regionale Bauwirtschaft nachhaltig gestärkt.

Weitere Worte des Dankes übermittelte er an Finanzminister Albert Füracker, der maßgeblich dazu beigetragen habe, dass dieser Teil des mit knapp 30 Millionen Euro Investitionskosten aufwändigsten aller bislang durchgeführten Bauabschnitte so zügig durchgesetzt und finanziert werden konnte. Der 7. Bauabschnitt soll für eine deutliche Qualitätsverbesserung in der stationären Gesundheitsversorgung sorgen und die bestehenden räumlichen Kapazitätsengpässe wesentlich lindern.


„Der Freistaat ist und bleibt verlässlicher Partner der bayerischen Krankenhäuser“, sagte Finanzminister Füracker. Für den 7. Bauabschnitt wurde eine Förderung von 22,53 Millionen Euro im August 2017 zugesagt. Zudem wurden im Juli dieses Jahres für den 8. Bauabschnitt des Klinikums Neumarkt 19,84 Millionen Euro in das Jahreskrankenhausbauprogramm 2019 eingestellt.

Architekt Hans-Jürgen Distler erläuterte die spätere Nutzung des Gebäudes ab Oktober 2019. Der neue Baukörper für Akutgeriatrie ist der zweite von drei Bauteilen des 7. Bauabschnittes. Ein neuer Kreißsaal und eine neue Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung werden als Aufstockung über den Pavillons an der Nürnberger Straße bis zum Jahreswechsel 2018/19 fertig gestellt. 2019 wird ein erweiterter OP-Sterilflur als dritter und letzter Teil den 7. Bauabschnitt beenden.

Das zweigeschossige Gebäude für die Akutgeriatrie wird in der unteren Ebene eine Tagesklinik mit 15 Plätzen sowie Arzt-, Versorgungs- und Technikräume umfassen, das Herzstück bildet die akutgeriatrische Station mit 41 Betten auf der oberen Ebene. Insgesamt werden 2000 Quadratmeter Nutzfläche neu gebaut.

Erschlossen wird die Akutgeriatrie durch eine Brücke über die Wirtschaftsstraße zum Hauptgebäude. Das Gebäude kann zu einem späteren Zeitpunkt um bis zu drei Stockwerke aufgestockt werden.

Den Dankesworten konnte sich Vorstand Peter Weymayr nur anschließen. Hintergrund für das neue Gebäude war die Verlagerung der Akutgeriatrie von Parsberg nach Neumarkt mit Erhöhung der Planbetten von 20 auf 41 und Etablierung einer akutgeriatrischen Tagesklinik mit 15 Behandlungsplätzen.

Wegen der demographischen Entwicklung des Einzugsgebiets werde der Anteil der über 60jährigen Patienten auch im Landkreis Neumarkt weiter wachsen. Das Bayerische Landesamt für Statistik hat in seiner regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung bis 2032 dem Landkreis Neumarkt insgesamt eine nahezu gleichbleibende Bevölkerungszahl prognostiziert. Der Bevölkerungsanteil der über 60jährigen Menschen – der für Krankenhäuser besonders relevanten Bevölkerungsgruppe - hingegen steigt um mehr als 50 Prozent. Aufgabe für die Beteiligten im Gesundheitswesen sei es deshalb, Rahmenbedingungen zu schaffen, die der älteren Generation ein Leben in größtmöglicher Gesundheit und Selbstständigkeit ermöglichen.

Ärztlich geleitet wird die Abteilung Akutgeriatrie zukünftig von Priv. Doz. Dr. Martin Ritt. Er ist jetzt bereits eng in die Bau- und Prozessplanungen involviert und freue sich auf die neue Herausforderung.

Behandelt werden in der Akutgeriatrie Patienten mit einem breiten Spektrum unterschiedlicher Krankheitsbilder aus dem internistischen, neurologischen, und chirurgischen Bereich, die überwiegend älter als 70 Jahre sind. Die Patienten werden nach Überprüfung der Indikation in einem entsprechenden Screening und Assessment von einem geriatrischen Team betreut.

Hier findet eine umfassende geriatrische Behandlung unter Berücksichtigung der interdisziplinären, körperlichen, funktionellen, geistigen, psychischen und sozialen Aspekte statt. Ziel der geriatrischen Behandlung ist primär ein größtmöglicher Erhalt der Selbstständigkeit, außerdem sollen Komplikationen oder die Chronifizierung von Beschwerden oder von geriatrietypischen Symptomen vermieden werden.

Zusätzlich steht insbesondere auch der frührehabilitative Aspekt bei der Behandlung im Vordergrund. Das zur Festlegung des Behandlungszieles zu erstellende jeweilige individuelle Therapiekonzept muss die Multimorbidität sowie die medizinische, aber auch die soziale Gesamtsituation des Patienten berücksichtigen.

Den Richtspruch sprach Oberpolier Peter Brandl. In traditioneller Weise wünschte er dem Bauwerk Glück und Gottes Segen und ließ vier Gläser zerspringen. Mit einem zünftigen Hebmahl im Mitarbeiterrestaurant bedankte sich das Klinikum bei den Ehrengästen, Planern und Handwerkern für die bisherige reibungslose Arbeit.
13.09.18
Neumarkt: Richtfest am Klinikum

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ISSN 1614-2853
17. Jahrgang
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