"Kaum noch Chancen"
NEUMARKT. "Schüler mit Hauptschulabschluss haben auf dem modernen Arbeitsmarkt kaum noch Chancen auf eine berufliche Karriere !" Dieses niederschmetternde Fazit des BLLV gilt auch für den Landkreis Neumarkt.
BLLV-Präsident Albin Dannhäuser zeichnete beim "Bayerischen Hauptschultag" das düstere Bild und wurde von Ursula Schroll, Rektorin an der Volksschule Mühlhausen, bestätigt.
Dass Schüler mit Hauptschulabschluss auf dem modernen Arbeitsmarkt kaum noch Chancen auf eine berufliche Karriere haben, sei auch in ländlichen Regionen traurige Realität. Jahr für Jahr wiederholen bayernweit Tausende Schüler freiwillig die 9. Klasse, um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern - allein im Schuljahr 2003 waren es 4100 Schülerinnen und Schüler. "Die Stellen für Hauptschulabgänger werden auch im Landkreis Neumarkt immer knapper", berichtete Ursula Schroll. Im Landkreis Neumarkt werden zur Zeit 230 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz in sogenannten Weiterbildungsmaßnahmen an der Berufsschule "geparkt". Schroll: "Die Jugendlichen wissen sehr genau, wie hoffnungslos ihre berufliche Situation ist, viele geben sich auf."
Die Zahlen würden den alarmierenden Trend belegen: bayernweit schafften zehn Prozent aller Hauptschulabgänger im Jahr 2003 den Schulabschluss nicht."
"In Politik und Wirtschaft wird die Hauptschule seit Jahrzehnten verbal aufgewertet. In der Realität werden für Hauptschüler weder erforderliche Fördermöglichkeiten noch Ausbildungsplätze bereitgestellt. Eine wirkliche Verbesserung der Akzeptanz ist bis heute nicht gelungen", sagte Albin Dannhäuser bei einer Pressekonferenz in München.
"Ausgrenzung und soziale Diskriminierung sind ein gefährlicher Nährboden für politische Radikalismen", warnte Dannhäuser. "Auch die massenweise Schließung von Hauptschulen ist keine Lösung." Wer das dreigliedrige Schulsystem will, ist für alle Schüler in allen Schularten in gleicher Weise verantwortlich. Das heißt: Auch und gerade Hauptschulen müssen gestärkt und Hauptschüler besser qualifiziert werden. Für die Lehrerschaft an Bayerns Hauptschulen forderte er "massive und nachhaltige Unterstützung – bislang bleibt sie den Pädagogen versagt."