neumarktonline - die Internet-Tageszeitung. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Neumarkt in der Oberpfalz im Internet
neumarktonline - die Internet-Tageszeitung. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Neumarkt in der Oberpfalz im Internet neumarktonline - die Internet-Tages-Zeitung. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Neumarkt in der Oberpfalz im Internet Neumarktonline - die Internet-Tages-Zeitung. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Neumarkt in der Oberpfalz im Internet
ISSN 1614-2853
5. Jahrgang

Begrüßungs-Lätzchen und Bargeld

NEUMARKT. Im Mittelpunkt der Sitzung der CSU-Stadtratsfraktion stand die Weiterentwicklung des Programms "Neumarkt - die familienfreundliche Stadt".

Als Grundlage der Diskussion diente das Ergebnis der interfraktionellen Arbeitsgruppe, die sich mit diesem Thema beschäftigt hatte. Den Erwerb von bestimmtem Wohneigentum will die CSU dabei mit Direkt-Zuwendungen unterstützen. Für die Kinderbetreuung soll jede Familie ab dem zweiten Kind einen Zuschuss von 25 Euro monatlich erhalten. Eine Kinderkrippe soll im Herbst eingerichtet werden.

Ursula Seitz, Referentin für die Kinderbetreuung im Stadtrat, informierte die CSU-Fraktion über die Voraussetzungen für eine staatliche Kinderkrippe. So bestünde eine Gruppe im Gegensatz zum Kindergarten aus nur sechs Kindern, die durch Fachkräfte betreut werden müssten. Strenge Raumvorgaben bestünden ebenso wie Vorschriften bezüglich Kinderwagenstellplätzen und ähnlichem. Durch die kleinen Gruppen und hohen Vorgaben ergäbe sich ein wesentlich höherer Eigenanteil der Eltern und der Stadt als bei einem Kindergartenplatz. Die CSU-Fraktion fordert daher den Freistaat auf, die Anforderungen nach unten zu schrauben. Nur so könnten Kinderkrippenplätze künftig günstiger und bezahlbar angeboten werden.

Obwohl aus der Stadt derzeit nur zehn feste Anfragen für Krippenplätze vorlägen, will die CSU diese Einrichtung zum Schuljahreswechsel realisieren. Sie geht davon aus, auch die freien Plätze bis dahin noch belegen zu können. Über Ort und Trägerschaft müsse noch entschieden werden. Vorerst soll die Kinderkrippe in einem einzigen Haus zentralisiert werden.

Mittelfristiges Ziel der CSU ist jedoch, die Kleinkinderbetreuung den Kindergärten mit anzugliedern und damit wohnortnah zu gestalten. Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Dr. Heinz Sperber war dabei auch eine weitere Flexibilisierung der Öffnungszeiten aller Kinderbetreuungseinrichtungen wichtig. "Die Öffnungszeiten müssen sich am Bedarf und damit an den Arbeitszeiten der Eltern orientieren", so Sperber. Die Bring- und Abholzeiten sollten von den Trägern entsprechend überarbeitet werden.

Voll inhaltlich schloss sich die CSU auch der Empfehlung der Arbeitsgruppe einer finanziellen Unterstützung von Familien für Kinderbetreuung an. Das zweite und jedes weitere Kind, das gleichzeitig in einer Kinderbetreuungs-Einrichtung untergebracht ist, soll mit einer monatlichen Zuwendung von 25 Euro gefördert werden. Der Betrag soll einmal jährlich direkt an die Eltern ausbezahlt werden. Dies soll sowohl für die Betreuung im Kindergarten, Kinderhort und der Kinderkrippe gelten.

Finanziell und räumlich unterstützen soll die Stadt auch weiterhin die "hervorragend eingeführte" Kinderbetreuung durch den Verein Storchennest. Nach Möglichkeit solle dieses Angebot auf einen dritten Tag je Woche ausgedehnt werden. Sinnvoll erschien der CSU, diese Betreuung ins Bürgerhaus zu integrieren. Dies sei zentral und mitten in der Neumarkter Geschäftswelt. Franz Hierl war es ein Anliegen, auch die Mittagsbetreuung in den Schulen in der bisherigen Form zu sichern, um den Eltern mehr Freiraum zur Ausübung ihres Berufes zu bieten.

Ein zentraler Punkt war auch die Förderung von Wohneigentum für Familien in Neumarkt. "Vorrangiges Ziel", formulierte Fraktionsvorsitzender und Bürgermeister Arnold Graf, "muß sein, Familien mit Kindern den Erwerb von eigenem Eigentum zu ermöglichen". Oberbürgermeister Alois Karl hatte dazu vorgeschlagen, Familien mit Kindern beim Kauf einer Wohnung oder eines Hauses im Wohnpark Johannesviertel finanziell zu unterstützen. Die CSU schloß sich der Meinung an, je Kind einen Zuschuß von bis zu 10.000 Euro zu gewähren.

Abhängig solle dies vom Alter der Kinder sein. Je Kind unter 8 Jahren solle der Betrag voll ausbezahlt werden. Bei älteren Kindern werde der Zuschuß je Lebensjahr um tausend Euro reduziert.

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Ferdinand Ernst berichtete vom Fortschritt des Bauvorhabens Johannesviertel. Es seien bereits über die Hälfte der dortigen Wohnungen verkauft. Auch für Kapitalanleger sei das Objekt interessant. Alle verkauften Wohnungen seien vermietet. Als Mietpreis wären 6,50 Euro je Quadratmeter erzielbar. Das Ziel der Stadt, ein attraktives Wohnviertel in der Altstadt zu gestalten, könne daher realisiert werden.

Ernst schlug auch vor, das städtische Angebot an Bauplätzen ins Internet einzustellen. So könne sich jeder Interessent ein Bild machen und leichter das für ihn optimale Grundstück finden. Breiten Raum nahm die Diskussion zum Thema "Förderprogramm familienfreundliches Bauen" ein. Vorrangiges Ziel für die CSU ist auch hier die Unterstützung für Kinder. Gedacht wird an Häuser mit bis zu drei Kinderzimmern. "Durch Standardisierung der Häuser und Verzicht auf Individualität wollen wir es Familien mit mittlerem Einkommen erleichtern, in Neumarkt Wohn-Eigentum zu erwerben", skizzierte Fraktionsvorsitzender Arnold Graf die Zielvorstellung.

Die Stadt sollte Vorgaben wie Wohnfläche und Anzahl der Zimmer und das verfügbare Grundstücksareal definieren. Die Maßnahme sollte dann für Bauträger und Bauunternehmen ausgeschrieben werden. So soll der Preis je Haus inclusive Grundstück unter 200.000 Euro bleiben. Auch hier könnte eine finanzielle Unterstützung durch die Stadt mit einem Preisnachlaß je Kind Platz greifen. Die CSU will das Projekt unter dem Titel "Familiensiedlung der Stadt Neumarkt" noch heuer auf den Weg bringen.

Auch emotional will die CSU die Kinderfreundlichkeit stärken. So schlug Ruth Dorner vor, das im Agenda-21-Prozeß entwickelte Baby-Begrüßungspaket umzusetzen. Dies habe auch der interfraktionelle Arbeitskreis übernommen. Neben einem Gratulationsschreiben solle das Begrüßungspaket einen Aufkleber und ein Lätzchen "Ich bin ein Neumarkter" enthalten.