Fluchtweg führt in die Tiefe...
NEUMARKT. Wer dieser Tage in der Neumarkter Stadtbücherei aus irgendwelchen Gründen durch die neu geschaffene Notausgangs-Tür rennen will - der sollte vorsichtig sein: Unmittelbar dahinter geht es mannshoch in die Tiefe...
Flitz-Stadtrat Hans-Walter Kopp machte am Mittwoch in seiner Eigenschaft als städtischer Bücherei-Referent Journalisten auf die "Falle" aufmerksam. Natürlich habe er dies auch im Rathaus gemeldet - doch seit September letzten Jahres keine Antwort erhalten.
Wegen der Einrichtung des Park-Cafes im Untergeschoß haben sich neue Feuerschutz-Bestimmungen ergeben, die die Notausgangs-Tür in der Bücherei notwendig machten. Die Tür wurde auch prompt eingebaut - doch unmittelbar dahinter kann höchstens ein einziger Mensch stehen. Von einer Treppe oder Leiter auf den 1,85 Meter tiefer liegenden Boden keine Spur.
Kopp hält die seit über einem halben Jahr bestehende Siuation für unhaltbar: Eigentlich müßte die Bücherei aus feuerpolizeilichen Gründen auf der Stelle geschlossen werden!"
Im Rathaus ist man anderer Meinung. Stadtbaumeister Rudolf Müller-Tribbensee sagte in einem Gespräch mit
neumarktonline, daß es sich bei der Notausgangstür um den letzten Teil des neuen Brandschutzkonzepts für die Bibliothek handelt. Natürlich komme dort noch ein Abgang hin.
Wie diese Treppe allerdings aussehen soll, ist noch nicht völlig klar und soll in der Bausenatssitzung im Mai entschieden werden. Insgesamt habe die Stadt für das geänderte Brandschutzkonzept der Bücherei rund 30 000 Euro im Haushalt bereitgestellt - und zum großen Teil auch schon ausgegeben. So wurden die Zahl der Notausgänge um einen auf vier erhöht und zusätzlich Rauchmelder und Rauchabzugskanäle eingerichtet.