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ISSN 1614-2853
5. Jahrgang

Erste Aktionen in Neumarkt

NEUMARKT. Am Samstag ab 9.30 Uhr informieren Greenpeace-Aktivisten vor dem Neumarkter Rathaus über Gentechnik im Essen und die EU-Kennzeichnungsverordnung für gentechnisch veränderte Lebensmittel.

„Mit Kühkostümen und einem Maiswurfspiel wollen wir die Passanten darauf aufmerksam machen, dass Milch nicht gekennzeichnet werden muss, auch wenn die Kühe gentechnisch verändertes Futter erhalten haben“, beschreibt Sabine Wächter von der Greenpeace-Gruppe Neumarkt die geplante Aktion.

Seit dem 18. April 2004 gilt in der EU eine neue, strengere Verordnung zur Kennzeichnung von genmanipulierten Produkten. Schon seit 2002 müssen Produkte gekennzeichnet werden, deren veränderte Erbinformation im Endprodukt nachweisbar ist. Ab April müssen zusätzlich auch verarbeitete Lebensmittel, die aus Gen-Pflanzen stammen, in der Zutatenliste kenntlich gemacht werden. Dazu zählen Zutaten wie Mais-, Soja- und Rapsöl, Sirup aus Maisstärke oder hoch verarbeitetes Lecithin, das aus Gen-Soja gewonnen wurde.

„Die Menschen können bei einer Unterschriftenaktion die Entscheidungsfreiheit der Verbraucher von den EU-Politikern einfordern“, erklärt Verena Theissen, Gentechnik-Ansprechpartnerin der Greenpeace-Gruppe Regensburg. Der Einkaufsratgeber „Essen ohne Gentechnik“ ist am Samstag ebenfalls erhältlich.

„Solange Gen-Pflanzen anonym im Tierfutter entsorgt werden können, ist der Anbau von Gen-Pflanzen nicht aufzuhalten“, so Theissen weiter. Greenpeace ist gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen. Bereits heute sind insbesondere die ökologischen Schäden durch den Anbau von Gen-Soja weltweit sichtbar. So verursacht zum Beispiel der massive Pestizideinsatz auf den Gen-Soja-Feldern in Argentinien bei der Bevölkerung Erbrechen, Durchfall, Hautausschläge und Augenreizungen. Zudem belastet der erhöhte Spritzmitteleinsatz Böden und Gewässer.

Mit dieser Aktion informiert die im Februar gegründete Greenpeace-Gruppe Neumarkt zum ersten Mal die Neumarkter Bevölkerung. „Wir suchen noch Verstärkung und freuen uns auf Menschen, die Lust haben, sich im Umweltschutz bei einer internationalen Organisation zu engagieren“, so Sabine Wächter. „Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, in Neumarkt eine Greenpeace-Gruppe zu gründen“, erklärt Philipp Dirksen, Koordinator der Greenpeace-Gruppe Regensburg. „Wir werden die junge Gruppe in den ersten Monaten begleiten und helfen, wo es geht“, so Dirksen weiter.

In 90 deutschen Greenpeace-Gruppen unterstützen rund 2.500 Menschen die Ziele der Umweltschutzorganisation. Dabei halten sich alle an die Grundprinzipien Gewaltfreiheit, Internationalität, Überparteilichkeit sowie finanzielle und politische Unabhängigkeit. Greenpeace-Gruppen in Bayern befinden sich derzeit außerdem in den Städten Ansbach, Augsburg, Coburg, Freilassing, Ingolstadt, Kronach, München, Nürnberg, Passau, Regensburg, Rosenheim, Schweinfurt, Traunstein, Weiden und Würzburg.

Weitere Informationen zum Thema: www.greenpeace.de/neumarkt
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