Erste Aktionen in Neumarkt
NEUMARKT. Am Samstag ab 9.30 Uhr informieren
Greenpeace-Aktivisten vor dem Neumarkter Rathaus über
Gentechnik im Essen und die EU-Kennzeichnungsverordnung für gentechnisch
veränderte Lebensmittel.
„Mit Kühkostümen und einem Maiswurfspiel wollen wir
die Passanten darauf aufmerksam machen, dass Milch nicht gekennzeichnet
werden muss, auch wenn die Kühe gentechnisch verändertes Futter erhalten
haben“, beschreibt Sabine Wächter von der Greenpeace-Gruppe Neumarkt die
geplante Aktion.
Seit dem 18. April 2004 gilt in der EU eine neue, strengere Verordnung zur
Kennzeichnung von genmanipulierten Produkten. Schon seit 2002 müssen
Produkte gekennzeichnet werden, deren veränderte Erbinformation im
Endprodukt nachweisbar ist. Ab April müssen zusätzlich auch verarbeitete
Lebensmittel, die aus Gen-Pflanzen stammen, in der Zutatenliste kenntlich
gemacht werden. Dazu zählen Zutaten wie Mais-, Soja- und Rapsöl, Sirup aus
Maisstärke oder hoch verarbeitetes Lecithin, das aus Gen-Soja gewonnen
wurde.
„Die Menschen können bei einer Unterschriftenaktion die
Entscheidungsfreiheit der Verbraucher von den EU-Politikern einfordern“,
erklärt Verena Theissen, Gentechnik-Ansprechpartnerin der Greenpeace-Gruppe
Regensburg. Der Einkaufsratgeber „Essen ohne Gentechnik“ ist am Samstag
ebenfalls erhältlich.
„Solange Gen-Pflanzen anonym im Tierfutter entsorgt werden können, ist der
Anbau von Gen-Pflanzen nicht aufzuhalten“, so Theissen weiter. Greenpeace
ist gegen den Anbau genmanipulierter Pflanzen. Bereits heute sind
insbesondere die ökologischen Schäden durch den Anbau von Gen-Soja weltweit
sichtbar. So verursacht zum Beispiel der massive Pestizideinsatz auf den
Gen-Soja-Feldern in Argentinien bei der Bevölkerung Erbrechen, Durchfall,
Hautausschläge und Augenreizungen. Zudem belastet der erhöhte
Spritzmitteleinsatz Böden und Gewässer.
Mit dieser Aktion informiert die im Februar gegründete Greenpeace-Gruppe
Neumarkt zum ersten Mal die Neumarkter Bevölkerung. „Wir suchen noch
Verstärkung und freuen uns auf Menschen, die Lust haben, sich im
Umweltschutz bei einer internationalen Organisation zu engagieren“, so
Sabine Wächter. „Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, in Neumarkt eine
Greenpeace-Gruppe zu gründen“, erklärt Philipp Dirksen, Koordinator der
Greenpeace-Gruppe Regensburg. „Wir werden die junge Gruppe in den ersten
Monaten begleiten und helfen, wo es geht“, so Dirksen weiter.
In 90 deutschen Greenpeace-Gruppen unterstützen rund 2.500 Menschen die
Ziele der Umweltschutzorganisation. Dabei halten sich alle an die
Grundprinzipien Gewaltfreiheit, Internationalität, Überparteilichkeit sowie
finanzielle und politische Unabhängigkeit. Greenpeace-Gruppen in Bayern
befinden sich derzeit außerdem in den Städten Ansbach, Augsburg, Coburg,
Freilassing, Ingolstadt, Kronach, München, Nürnberg, Passau, Regensburg,
Rosenheim, Schweinfurt, Traunstein, Weiden und Würzburg.
Weitere Informationen zum Thema:
www.greenpeace.de/neumarkt
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