neumarktonline - die Internet-Tageszeitung. Aktuelle Berichte, Meldungen und News aus Neumarkt in der Oberpfalz im Internet
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ISSN 1614-2853
5. Jahrgang

Neumarkt gedenkt dem Kriegsende

NEUMARKT. Was Krieg bedeutet, hat Neumarkt am furchtbarsten gegen Ende des Zweiten Weltkrieges erfahren müssen. Deswegen finden zur Erinnerung an das Kriegsende vor 60 Jahren zahlreiche Gedenkveranstaltungen unter dem Motto "Wider das Vergessen und als Mahnung für die Zukunft" statt.

Oberbürgermeister Alois Karl stellte am Dienstag das Programm für die Gedenkveranstaltungen vor. Er erinnerte dabei an die ersten beiden Bombenangriffe auf die Stadt am 23.2. und 7.4.1945. Am 11.4.1945 wurde die Innenstadt Ziel der alliierten Bomber und am 18.4.1945 gab es schweres Artilleriefeuer, weil sich eine SS-Einheit in der Stadt verschanzt hatte. Der Artillerie-Beschuß und die schweren Kämpfe in der Stadt endeten erst am 21. April in der Hofkirche. Einen Tag später schwiegen dann endgültig die Waffen.

Der Krieg hatte verheerende Folgen für die Stadt: "Neumarkt war eine Trümmerlandschaft, 200.000 Kubikmeter Schutt lagen in der Stadt", erinnerte der OB. 92 Prozent der Altstadt waren zerstört, von 573 Häusern blieben nur 48 unversehrt . Insgesamt gab es 744 Ruinen in der Stadt. Natürlich war die Infrastruktur völlig zusammengebrochen, keine der städtischen Schulen war noch brauchbar. Die Einwohnerzahl war auf 9.700 gesunken (1939: 10.500). Karl: "Die meisten Neumarkter standen buchstäblich vor dem Nichts !"

Dabei weiß die Stadt Neumarkt, was Krieg bedeutet: sie war schon immer von kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen, was nicht zuletzt an der günstigen Lage an den alten Handelswegen lag.

Mit folgenden Veranstaltungen will die Stadt des Kriegsendes gedenken:

Montag,11.04.2005
19 Uhr:

Requiem

Stadtpfarrkirche St. Johannes



Freitag, 22.04. 2005
11 Uhr: Rathausfoyer
Eröffnung der Ausstellung

"60 Jahre Kriegsende - Neumarkt: Zerstörung und Wiederaufbau"

Weitgehend unbekannte Aufnahmen des zerstörten Neumarkts werden dem heutigen Erscheinungsbild der Stadt gegenübergestellt. Dabei sind die Bilder des aktuellen Neumarkts aus exakt dem selben Blickwinkel wie die Zerstörungsfotos aufgenommen.
Im Kontrast zu den Impressionen des zerstörten Neumarkts wird so ein eindrucksvoller Vergleich der Stunde Null mit den Leistungen des Wiederaufbaus vermittelt



18.45 Uhr, Hofkirche:

Ökumenische Andacht




19. 30 Uhr Reitstadel:

"Zeitzeugen berichten vom Kriegsende"

In Zusammenarbeit mit dem Historischen Verein und der Kolpingfamilie berichten etwa 15 Zeitzeugen in einer von Rudi Bayerl moderierten Gesprächsrunde über ihre Erinnerungen an die dramatischen Ereignisse im Frühjahr 1945.So geht man zum Beispiel der Frage nach, wie die Stimmung der Menschen im Winter 1944/45 war, was sie gefühlt haben als der Krieg näher kam, wie sie die ersten Angriffe auf den Neumarkter Bahnhof und das Industriegebiet erlebten und wie sie sich auf die Evakuierung vorbereiteten



Samstag, 23.04. 2005
15.00 Uhr
Stadtmuseum Adolf-Kolping-Straße 4
Führung durch den Ausstellungsteil

"Aus Ruinen auferstanden"

Die Ausstellung war zum Anlass "50 Jahre Kriegsende" im Jahr 1995 konzipiert worden)



Sonntag, 24.04. 2005
11.00 Uhr
Parkanlage an der Wolfsteinstraße (Ecke Karl-Speier-Straße)
Aufstellung eines Friedenskreuzes
Zum Gedenken an die Zwangsarbeiter im Durchgangslager Neumarkt und an das Barackenlager für Heimatvertriebene wird in würdigem Rahmen ein Friedenskreuz aus Balken der ehemaligen Barackenkirche aufgestellt.
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Link zu Neumarkter Lammsbräu