NEUMARKT.
Die Arbeitslosigkeit ist im Landkreis Neumarkt im Januar um 940 auf 5.688 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 256 Arbeitslose mehr.
Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, betrug im Januar 8,8 Prozent. Vor einem Jahr hatte sich die Quote auf 8,4 Prozent belaufen.
Im Januar meldeten sich 1.608 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, das waren 178 Personen oder 10 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Gleichzeitig beendeten 664 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 40 oder 6 Prozent weniger als vor Jahresfrist.
In der Geschäftsstelle Neumarkt waren im Januar 506 Stellenangebote registriert, gegenüber Dezember ist das ein Plus von 18. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 239 Stellen mehr.
Der Start in das neue Jahr brachte die erwartet hohe Steigerung der Arbeitslosenzahlen auch auf dem Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Regensburg. Ende Januar waren 24.277 Männer und Frauen in Regensburg, Kelheim und Neumarkt als Arbeitslose gemeldet, das sind 14,4 Prozent oder 3.048 Personen mehr als im Januar des Vorjahres. Dies ist die höchste Arbeitslosigkeit in einem Januar im Bezirk der Agentur für Arbeit Regensburg. Lediglich im Jahr 1997 lag im Januar die Arbeitslosenzahl mit 23.700 ähnlich hoch.
Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt kommentierte die Leiterin der Agentur für Arbeit Regensburg,
Gabriele Anderlik, wie folgt: "Der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber Dezember 2004 ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Regensburg zum einen saisonal üblich. Zum anderen hat im Januar 2005 weiterhin die neue Rechtslage mit der geänderten statistischen Erfassung die Zahlen weiter steigen lassen: Durch die Einführung des SGB II müssen sich jetzt auch erwerbsfähige ehemalige Sozialhilfebezieher arbeitslos melden. Hier handelt es sich nicht um Menschen, die im Januar ihre Arbeit verloren haben. Vielmehr waren diese bisher schon erwerbslos, ohne jedoch als Arbeitslose registriert gewesen zu sein."
Die hohe Zahl der Arbeitslosen im Januar vermittelt daher ein realistischeres Bild über das Ausmaß der Arbeitslosigkeit. Vorher waren nur die Arbeitsuchenden bekannt, die bei den Agenturen für Ar-beit gemeldet waren. Wie viele Sozialhilfeempfänger eine Arbeit suchten, war unklar, weil nur ein Teil von ihnen bei den Agenturen gemeldet war.
"Jetzt kommt es darauf an," so Anderlik weiter, "dass die Agenturen für Arbeit und die Arbeitsgemeinschaften aus Agentur und Kommunen dazu beitragen, diese Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren."
Die Gesamt-Arbeitslosenquote stieg binnen Jahresfrist von 7,7 auf 8,8 Prozent. Gegenüber dem Vormonat hat die Agentur in Kelheim den höchsten Anstieg bei der Arbeitslosenquote zu verzeichnen und zwar von 6,4 auf 8,2 Prozent, gefolgt von der Agentur in Neumarkt von 7,3 auf 8,8 Prozent und der Hauptagentur in Regensburg von 7,5 auf 8,9 Prozent.
Die Fachkräfte in den Arbeitsagenturen brauchten sich im abgelaufenen Monat über Arbeitsmangel nicht beklagen. Bei insgesamt 6.736 Arbeitslosmeldungen im Berichtszeitraum waren - bezogen auf die Arbeitstage - durchschnittlich 320 Arbeitslosmeldungen pro Tag entgegen zu nehmen.