NEUMARKT. Schüler ohne oder mit schlechtem Hauptschulabschluß sollen auch heuer wieder durch ein "Kooperatives Berufsvorbereitungsjahr" eine weitere Chance erhalten.
"Es freut mich sehr, dass unsere Bemühungen zur Verbesserung der Ausbildungssituation für Jugendliche nun bereits zum zweiten Mal mit europäischen Fördermitteln in Höhe von 95.000 Euro bedacht werden." Mit diesen Worten nahm Landrat Albert Löhner am Freitag die Bewilligungsbescheide der Regierung von Niederbayern entgegen.
Nach dem großem Erfolg im vergangenen Schuljahr - rund zwei Drittel der 37 Teilnehmer konnten in Ausbildung vermittelt werden- laufen seit September 2004 an der Berufsschule Neumarkt bereits zum zweiten Mal von der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützte Bildungsmaßnahmen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz.
Heuer besuchen sogar 45 Jugendliche die Kurse, die vom Landkreis Neumarkt und den beiden Kooperationspartnern, der Volkshochschule (vhs) und dem Beruflichen Fortbildungszentrum (bfz) auf Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus eingerichtet wurden. Mit den nun bewilligten 95.000 Euro gelang es erneut, die Höchstförderung für diese Maßnahmen zu erhalten.
Das in Zusammenarbeit mit dem bfz durchgeführte "Kooperative Berufsvorbereitungsjahr" richtet sich in erster Linie an berufsschulpflichtige Schulabgänger ohne oder mit schwachem Hauptschulabschluss, die noch nicht ausbildungsfähig sind und deshalb keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Durch einen hohen Anteil an betrieblicher Praxis und eine sozialpädagogische Betreuung soll diesen Jugendlichen die Möglichkeit einer dauerhaften Integration in Ausbildung oder Beschäftigung gegeben werden.
Im Gegensatz dazu zielt die parallel mit der vhs durchgeführte Maßnahme "Berufsqualifizierung in Wirtschaftskooperation - Fachrichtung Wirtschaft/Büro" auf Berufsschulpflichtige ab, die zumindest über einen Hauptschulabschluss verfügen, auch ausbildungsfähig sind, aber keinen Ausbildungsplatz erhalten haben. Neben dem Berufsschulunterricht wird den Teilnehmern durch die vhs eine fachpraktische Ausbildung vermittelt. Dadurch soll den Teilnehmern nach einem Jahr der Wechsel in ein reguläres betriebliches Ausbildungsverhältnis erleichtert werden.