Behindertenbandmarathon im KISH
NEUMARKT.
Eine Veranstaltung der besonderen Art fand am Samstag im KISH Postbauer-Heng statt! Der Kulturverein Liveszene e.V. lud im Rahmen des "Jahres der Menschen mit Behinderung" zum bayernweit größten Behindertenbandmarathon ein.
Vier Behinderteneinrichtungen sagten zu und brachten das KISH im Handumdrehen zum Überkochen. So gab es zu keinem Zeitpunkt Berührungsängste oder Hemmschwellen zu überwinden. Von Beginn an war es ein unkompliziertes Miteinander. So standen 7 Jungs einer Firmgruppe der Pfarrei St. Elisabeth den Künstlern tatkräftig zur Seite und halfen wo es ging. Schon beim Aufbau war eine derart gute Stimmung, wie sie sonst "nichtbehinderte" Bands in einem zweistündigen Programm oft nicht vermochten, zu schaffen.
Den undankbaren Anfang machte Günther Weißmüller von "Der Brücke e.V. Neumarkt" mit seinem Akkordeon. Perfekt beherrschte er sein Instrument, meisterte die Rolle als "Einheizer" mit Pravour und hatte mit der richtigen Liedauswahl sofort das Publikum im Griff! Konsequentes üben und regelmäßige Musikunterrichtsstunden brachte Günther Weißmüller auf die Erfolgsschiene. Alles singte und klatschte mit und die Stimmung hatte ihren ersten Höhepunkt erreicht.
An diesem Stimmungshoch knüpfte die "Kellergangband" der Lebenshilfe Neumarkt an und brachte ein Feuerwerk durch die Popgeschichte zum Besten. Ein Tophit reihte sich an den nächsten. Gut arrangierte Songs mit ausgezeichneten Sängern und Musikern gaben sie zum Besten. Besonders hervor stach dabei Sven Wollnik, der vom Stimmvolumen und Aussehen eher an Pavarotti erinnerte. Was das Können der anderen Bandmitglieder jedoch in keinster Weise schmälerte. Eine perfekt abgestimmte, homogene Gruppe die nur so vor Spielfreude sprudelte.
Weiter ging es mit der Wurzhofcombo um Heimleiter Siegfried Klein! Auch sie verstanden es, das Publikum bei Laune zu halten, mitzusingen und zu tanzen. Gerade die Rhythmsection um Rudi (Tante Käthe) gab so richtig Gas und wollte die Bühne am liebsten nicht mehr verlassen. So gab es zum Schluss Standing - Ovations für die Combo.
Das abschließende Highlight bildeten die Jungs vom Auhof Hilpoltstein. Bereits deutschlandweit on Tour, mit Kulturpreisen ausgezeichnet und TV - erfahren machten sie Station im KISH und hatten jede Menge Spaß und Rockkracher des vergangenen Jahrhundert im Gebäck! Kurzerhand wurden Tische und Stühle entfernt und die Party hatte einen, im KISH noch nie dagewesenen Höhepunkt erreicht.
Nach über 4 Stunden Musikmarathon gab es dann noch ein beeindruckendes Grande Finale mit 28 Künstlern auf der Bühne!
Besonders angetan von der Veranstaltung zeigte sich Bürgermeister Bradl, der es sich nicht nehmen ließ im KISH vorbeizuschauen und ein paar Grußworte an die Künstler, Zuschauer und Verantwortlichen zu richten. "Hier wird deutlich, wie wichtig es ist Barrieren abzubauen und das Miteinander zwischen Behinderten und nichtbehinderten Menschen zu praktizieren. Im KISH sind für alle Menschen die Türen geöffnet", so Bradl. Er dankte den Verantwortlichen des Kulturvereins für die Mühen und die Integrationsarbeit auch im kulturellen Bereich.
Eine Neuauflage dieser außergewöhnlichen Veranstaltung wird es mit Sicherheit wieder geben - dies war der einstimmige Tenor der Verantwortlichen und Künstler!
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