Auf dem Arbeitsmarkt - kein Super-SommerNEUMARKT. Im Landkreis Neumarkt ist der Neuzugang an Arbeitslosen von Juli auf August leicht gesunken. Insgesamt meldeten sich 739 Männer und Frauen arbeitslos. 639 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit während des letzten Monats beenden. Somit lag der Bestand an Arbeitslosen am Monatsende mit 4.150 Personen um 606 Personen oder 17,1 Prozent über dem des Vorjahreswertes. Das ist die höchste Steigerung der Bestandszahl in einer Dienststelle innerhalb des Arbeitsamtsbezirkes Regensburg.Die aktuelle Arbeitslosenquote beträgt jetzt 6,4 Prozent und hat sich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte erhöht. Im August 2002 betrug die Arbeitslosenquote nur 5,5 Prozent. Die Betriebe und Verwaltungen aus der Region Neumarkt gaben im Berichtsmonat für 212 Arbeits-kräfte ein Stellenangebot beim Arbeitsamt Neumarkt ab. Zum Monatsende verblieb noch ein Bestand von 379 offenen Stellen. Im August 2002 gab es einen Bestand von 577 offenen Stellen, das waren 34,3 Prozent mehr. Im Geschäftsstellenbezirk Neumarkt ging die Zahl der Kurzarbeiter binnen Monatsfrist gravierend von 332 auf 60 Personen zurück. Im Vorjahresmonat gab es 189 Kurzarbeiter. Das schöne Wetter im August 2003 brachte dem Arbeitsamt Regensburg keine "Schönwetter-Periode" auf dem Arbeitsmarkt. Nach der leichten Erhöhung im Juli gab es eine weitere Zunahme bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat. Die Zahl der Arbeitslosen Ende August ist gegenüber dem Vorjahresmonat um 1.755 Personen oder 11 Prozent gestiegen (gegenüber Vormonat um 750 Personen oder 4,4 Prozent). In den letzten 10 Jahren war der Bestand an Arbeitslosen in einem August-Monat nur im Jahre 1997 (mit 18.619 Arbeitslosen) höher. Am Monatsende waren 17.778 Männer und Frauen bei den Geschäftsstellen des Arbeitsamtes in Re-gensburg, Kelheim und Neumarkt arbeitslos gemeldet. Im Vorjahr waren es nur 16.023 Arbeitslose. Hierzu Dr. Bärbel Gericke, die Leiterin des Regensburger Arbeitsamtes: "Eine Entwicklung, die wir schon seit Jahren im Sommer beobachten. Ich gehe davon aus, dass im September und Oktober sai-sonal bedingt sich die Arbeitslosigkeit wieder verringern wird. Ein konjunkturell bestimmter Rückgang der Arbeitslosigkeit ist aber nicht zu erwarten. Dazu sind die positiven Konjunktursignale zu schwach". Arbeitslosenquote jetzt bei 6,5 ProzentDie Arbeitslosenquote im Arbeitsamt Regensburg stieg von 6,2 Prozent im Juli um 0,3 Prozentpunkte auf nun 6,5 Prozent an.Im August des Vorjahres betrug die Arbeitslosenquote nur 5,9 Prozent. Arbeitslosmeldungen - anteilig viele JugendlicheInsgesamt meldeten sich 3.563 Personen im Laufe des Monats neu oder erneut arbeitslos, fast 3 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Zugleich beendeten im Berichtsmonat 2.813 Personen ihre Ar-beitslosigkeit.Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 16 Prozent. Bei den Jugendlichen unter 20 Jahren und in der Altersgruppe der 20- bis 25-jährigen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat überproportional. Dieser stärker ausgeprägte Anstieg ist für einen August nicht ungewöhnlich. Der zurückliegende Schulabschluss und beendete Ausbil-dungsverhältnisse, die nicht nahtlos in ein Arbeitsverhältnis übergehen, bewirken vor allem in den Sommermonaten Juni bis August eine Zunahme bei der Zahl der Arbeitslosen dieser Altersgruppen. 908 Jugendliche unter 20 Jahren, 36,3 Prozent mehr als im Juli und 2.186 Männer und Frauen zwi-schen 20 und 25 Jahren, 10,6 Prozent mehr als im Juli, waren am Monatsende arbeitslos gemeldet. Im Vorjahresmonat gab es nur 782 arbeitslose Jugendliche unter 20 Jahren, und nur 1.746 jüngere Arbeitslose zwischen 20 und 25 Jahren. Dieser sommerliche Spitzenwert wird bei diesen Gruppen erfahrungsgemäß bis zum Herbst wieder deutlich unterschritten. Viele der jugendlichen Arbeitslosen haben bereits eine Einstellungszusage für September in der Tasche oder eine schulische Weiterbildung (Berufsaufbauschule, Fachoberschule, Studium) fest eingeplant, bzw. beginnen im September mit einer beruflichen Ausbildung. Der Anteil der jüngeren Arbeitslosen bis 25 Jahre an der Gesamtarbeitslosigkeit liegt momentan bei 17,4 Prozent. Die "Jugendarbeitslosigkeit" wird in den nächsten Wochen und Monaten sicherlich wie-der stark zurückgehen. Ferien, ein Hemmnis für Personaleinstellungen?Der Ferien- und Betriebsurlaubszeit war es in erster Linie zuzuschreiben, dass die Betriebe und Ver-waltungen ein geringeres Stellenangebot gemeldet haben. Von Juli bis August ging das Stellenange-bot der neu gemeldeten Arbeitsplätze um 16 Prozent auf 1.023 zurück. Am Monatsende waren noch 2.496 Stellen unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat reduzierte sich der Bestand an offenen Stellen um fast 23 Prozent.Die meisten unbesetzten Stellen gab es für Warenkaufleute (286 Stellen), für Schlosser, Mechaniker und zugeordnete Berufe (254 Stellen), für Pflanzenbauer, Tierzüchter, Fischerei- berufe (217 Stellen), für Elektriker (165 Stellen) und für Montierer und Metallberufe und ähnliche Berufe (123 Stellen). Aktive ArbeitsmarktpolitikMit den Instrumenten der aktiven Arbeitsmarktpolitik versucht das Arbeitsamt Regensburg durch ge-zielt eingesetzte Maßnahmen der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Durch die direkte Förderung regulärer Beschäftigung mit Eingliederungszuschüssen, Einstellungszuschüssen bei Neugründungen oder Vertretungen, Entgeltsicherung für Ältere, Arbeitsentgeltzuschüssen für Ungelernte und von Ar-beitslosigkeit Bedrohte, Beschäftigungshilfen für Langzeitarbeitslose, Überbrückungsgeld u.a.m. konnte für 1.105 Personen die Arbeitslosigkeit vermieden bzw. beendet werden. In Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung wurden 792 Personen, in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen 94 Personen und in trad. Strukturanpassungsmaßnahmen 249 Personen gefördertDie Zahl der Kurzarbeiter ist im Berichtsmonat gegenüber dem Vormonat - nach Beendigung des Streiks in den neuen Bundesländern und auch durch die sommerliche Betriebsruhe und Urlaubszeit - weiter zurückgegangen. 385 Arbeitnehmer mussten in 48 Betrieben verkürzt arbeiten. Im gleichen Monat 2002 waren es 499 Kurzarbeiter in 31 Betrieben. Harter Endspurt auf dem AusbildungsmarktObwohl die meisten Ausbildungsverhältnisse üblicherweise zum 1. September beginnen, ist auf dem Ausbildungsmarkt noch einiges in Bewegung. Ende August waren 418 Ausbildungsstellen unbesetzt. 704 Jugendliche suchten noch einen Ausbildungsplatz. Kurz vor Beginn der Berufsausbildung waren noch 40 offenen Ausbildungsstellen für Fachverkäufer(innen) im Nahrungsmittelhandwerk, 22 Stellen für Tischler(innen), 19 Stellen für Bäcker/Konditoren(innen), 17 Stellen für Fleischer(innen), 17 Stellen für Maurer(innen), 16 Stellen für Köche/Köchinnen und 16 Stellen für Bürokaufleute unbesetzt. Im August 2002 gab es am Monatsende 439 unbesetzte Berufsausbildungsstellen; 552 Bewerber waren noch nicht vermittelt.Bei diesen Zahlen ist zu berücksichtigen, dass gerade in den letzten Tagen und Wochen vieles noch nicht abschließend geklärt ist. Zahlreiche Entscheidungen über die Aufnahme von Ausbildungsplät-zen standen bis zum Stichtag noch aus und auch der Schulbeginn und der Beginn von Berufsvorbe-reitungsjahren wird dazu beitragen, dass doch noch mehr jugendliche Bewerber in eine betriebliche oder schulische Ausbildung einmünden und nicht "unversorgt" bleiben. Erstellt am
(Seitenanfang)
![]() |
Schreiben Sie uns ! E-Mail-Kontakt
|