Heimweh nach Neumarkt

NEUMARKT.Ein 30jähriger heimwehkranker Neumarkter, der es zur Zeit in Kalifornien aushalten muß, hat in einem Brief an Oberbürgermeister Karl sein Herz ausgeschüttet. Redaktionsmitglieder, die mehrmals im Jahr in den Vereinigten Staaten - und auch in Kalifornien - zu tun haben, schüttelten ob der Schilderungen allerdings den Kopf: "Der hätte von überall Heimweh..."

Erfreut hat sich Oberbürgermeister Alois Karl über Post aus den USA gezeigt. "Es ist interessant, dass oft die Attraktivität der eigenen Stadt erst aus der Ferne richtig geschätzt wird." Per E-Mail hat der 30-Jährige Neumarkter Joachim Geiger, der momentan in Kalifornien seinen Master of Business Administration (MBA) macht, seine Empfindungen zu seiner Heimatstadt ausgedrückt. In dem Mail stellt er Neumarkt ein gutes Zeugnis aus und erinnert sich an die Schönheit unserer Stadt. Dabei lässt er erkennen, dass ihm so manches drüben abgeht. Im Ausland merke man erst, wie stolz man auf Neumarkt sein kann, "auch wenn man im schönsten Eck von den USA lebt. (...) Eine so schöne Heimatstadt zu haben ist keine Selbstverständlichkeit!"

Zur Volksfestzeit habe er immer wieder die Homepage der Stadt besucht, um sich Eindrücke zu verschaffen. Und dabei sei es ganz besonders schlimm geworden. "Man möcht's ja nicht glauben, aber nun bekomme ich manchmal richtig Heimweh.(...) Nicht dass es mir hier schlecht gehen würde, aber es gibt Dinge, die gibt es halt eben nur daheim." Allerdings erkenne man dies erst, wenn man von Daheim weg sei. Solange man es genießen könne, stelle es nichts Besonderes, sondern eher etwas Selbstverständliches dar.

Jetzt gehen Joachim Geiger eine ganze Reihe von Annehmlichkeiten ab, zum Beispiel: "Biergarten? Um mal ein gepflegtes Weißbier zu genießen. Abgesehen davon, dass es hier kein Bier gibt, sondern nur gefärbtes Wasser, darf man in Kalifornien unter freiem Himmel kein Bier trinken."

Im Vergleich zu seinen Erfahrungen in Amerika und den Menschen dort stellt er der Jurastadt ein tolles Zeugnis aus: "Und wenn die erst wüssten, wie schön es in Neumarkt ist! Wie sauber die Straßen sind! Dass die Häuser aus Stein sind, einen Anstrich haben. Dass einem moderne Siedlungen und mondäne Industriebauten begrüßen - egal von welcher Himmelsrichtung man in die Stadt reinfährt. Dass man nachts auf der Straße spazieren gehen kann - ohne dass man Angst haben muss, überfallen zu werden oder von zig Drogenabhängigen angehauen zu werden! Dass die Menschen dort alle zusammen richtig feiern können! Und das drei Mal im Jahr! Dass man vor lauter Metzgereien, Bäckern, Ärzten, Fitnessstudios, Italienern, Griechen, Chinesen, Wirtshäusern, Autohäusern, Supermärkten, Baumärkten, Discotheken und Kneipen gar nicht weiß, wo man als erstes hinrennen soll!"

Und er gibt zu, dass er vieles davon und die Stadt Neumarkt sehr vermisst, eine Tatsache, die er sich vorher gar nicht vorstellen konnte, da er alles als so selbstverständlich angesehen hatte.

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