Neumarkter Fluthelfer besuchten die Elbregion

NEUMARKT. Mit einer dreitägigen Fahrt in die im August 2002 vom Hochwasser betroffenen Gebiete der Elbregion fand die Neumarkter Aktion "Bürger helfen Bürgern" einen erfolgreichen Abschluss.

Die von Aktiven der damaligen Hilfsaktion initiierte und von Freddy Müller koordinierte Reise führte nach Meißen, Dresden, dem Elbsandsteingebirge bei Rathen, nach Pirna und Heidenau. Überall erlebten die Reiseteilnehmer viel Gastfreundschaft. Bei einem gemütlichen Abend in einem nach der Flut wieder sanierten Hotelgasthof am Meißener Elbufer überbrachten Vertreter des Gewerbevereins und des Stadtjugendringes Meißen Dankesworte an die Gäste aus der Oberpfalz.

Die spontane Hilfe mit Sachspenden in den Monaten nach der verheerenden Flut im August des letzten Jahres habe dazu beigetragen, vielen unmittelbar Betroffenen rasch wieder zu einem würdigen Wohnumfeld zu verhelfen und kleinen Gewerbetreibenden die Fortsetzung ihrer Arbeit zu ermöglichen. Gesellige Weinproben, ein Stadtrundgang durch die malerischen Gassen der Altstadt zum Domplatz und zur Albrechtsburg - dem Wahrzeichen der Stadt - und eine hochinteressante Besichtigung der weltberühmten Porzellanmanufaktur rundeten das Pro-gramm in Meißen ab.

Mit einer Stadtrundfahrt in Dresden und einem geführten Stadtrundgang konnten sich die Flut-helfer von den Anstrengungen der Aufräumarbeiten nach der Flut überzeugen und bei strahlend schönem Wetter eine im Aufbruch befindliche Stadt bestaunen. Auf den Spuren sächsischer Geschichte durften Stationen wie Frauenkirche, Semperoper und Zwinger natürlich nicht fehlen.

Weiterer Höhepunkt der Reise war der Besuch des Elbsandsteingebirges bei Rathen mit einer Wanderung von den bizarren Felstürmen der Bastei hinab in den malerischen Kurort an der Elbe, von wo aus die Gruppe mit einem Schiff der Weißen Flotte elbabwärts nach Pirna reiste. Während der Großteil der Gruppe die malerische Canalettostadt Pirna besichtigte, einst Perle am Tor zur sächsischen Schweiz, jetzt leider immer noch in großen Teilen von der Flut zerstört, überbrachte eine Delegation der Reisegruppe restliche Spendengelder an besonders betroffene Bürger.

Im Zusammenwirken mit der Stadtverwaltung in Heidenau entstand seinerzeit die Verbindung zur Bürgerinitiative Gompitz, deren Leiterin Marianne Linge in der Region Pirna-Heidenau Annahme und Verteilung von Spenden koordinierte und Kontakte zu Bedürftigen herstellte. Große Freude herrschte beim Wiedersehen mit den Neumarktern. Die nun überbrachten Spendengelder wurden mit Dankbarkeit entgegengenommen, auch wenn allen Beteiligten bewusst war, dass sie doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein bei der Schadensbehebung in einer hier immer noch stark von der Flut betroffenen Gemeinde waren.

Zur Überraschung der Neumarkter Aktions- und Reisegruppe fand zufällig am gleichen Wo-chenende das Stadtfest in Heidenau mit Ehrung der Fluthelfer statt. Die Stadtverwaltung, die vom Aufenthalt der Gruppe aus Neumarkt erfahren hatte, lud die oberpfälzer Fluthelfer spontan zu diesem Ehrenabend im Festzelt ein. Es sollte ein Dank sein, dass damals ein Großteil der sechs LKW-Ladungen mit Sachspenden aus dem Raum Neumarkt mit einem Gebrauchtwaren-wert von rund 150.000 Euro in Heidenau abgegeben worden war.

Da die Vielzahl der Reiseeindrücke so überwältigend war, stand für alle bald fest, dass es nicht bei dieser einen Wochenendfahrt bleiben wird. Gerne wird daher die Einladung wieder zu kommen angenommen und an alle Neumarkter weitergegeben, sich Zeit zu nehmen für Kunst, Kultur, Natur - aber auch die Aufrechterhaltung des Kontaktes zu den aufgeschlossenen Menschen im Elbland sollte dabei nicht zu kurz kommen.

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