"Pflicht übererfüllt"NEUMARKT. Im Hinblick auf die Standortsuche für ein Aussiedlerwohnheim im Landkreis Neumarkt wird in der Stadt Neumarkt kein Handlungsbedarf gesehen. Sie hat zum einen bereits in den 80er Jahren ihre Pflicht übererfüllt, als sie weitaus mehr Asylanten aufgenommen hat, als viele andere Kommunen. Damals waren oft 250 Asylanten gleichzeitig beispielsweise im Hotel Wunder und in der alten Schule in der Bahnhofsstraße untergebracht.Aber auch im Hinblick auf die Aussiedler leistet die Stadt bereits jetzt eine Menge. Nicht umsonst werden Neumarkt, Parsberg und Postbauer-Heng in Bayern als Kommunen mit der größten Aussiedlerdichte angesehen. Und es kommt sicher auch nicht von ungefähr, dass manche Gegenden der Stadt zum Beispiel in der Regensburger Straße oder in der Kohlenbrunnermühle von der Bevölkerung selber als sogenannte "Russenviertel" bezeichnet werden. Die schwierige Integration der Aussiedler in die Gesellschaft wie sie etwa mit Aktionen und Ansätzen des städtischen Jugendbüros oder über Vereine betrieben wird, würde durch ein Aussiedlerheim Gefahr laufen zu scheitern. Im übrigen passt ein solches Aussiedlerheim weder nach Lauterhofen noch nach Neumarkt. Besser wäre es, diese Menschen nicht aus ihren Lebenszusammenhängen herauszureißen, sondern ihnen vor Ort Hilfe zuteil werden zu lassen. Gerade die vielen Älteren unter den Aussiedlern haben doch kaum eine Chance mehr, sich in der neuen Umgebung einzugewöhnen. Die Folgen dieser verfehlten Bundespolitik würden wieder auf die kleine Ebene der Kommunen verschoben, wo sie ausgetragen werden sollen. Erstellt am
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