Oberpfalz Drehscheibe zum OstenNEUMARKT. Die Oberpfälzer Unternehmen können durchstarten und noch mehr in alle Welt liefern - wenn nur der Bund das Straßen-und Schienennetz "endlich ausgebaut". Die oberpfälzer CSU-Abgeordneten wollen bei der Bundesregierung nicht nur in Sachen A6 Druck machen. Die schlechte Anbindung über Straße und Schiene wird der Stellung der Oberpfalz im Herzen Europas als Drehscheibe zum Osten nicht gerecht, so MdB Rudolf Kraus.
Maria Eichhorn mahnte Verbesserungen im Bereich Regensburger Autobahn-Kreuz an. "Der sechsspurige Ausbau der A3 von Regensburg bis Rosenhof muss in den vordringlichen Bedarf. Das Nadelöhr darf nicht bestehen bleiben, wir müssen das Autobahnkreuz A3/A93 entlasten", verwies Eichhorn auf die Staus nicht nur vor dem Pfaffensteiner Tunnel. IHK-Geschäftsführer Dr. Brunnbauer bestätigte, dass die Staus auch die Zulieferer großer Regensburger Unternehmen träfen. "Die ständigen Initiativen der Unionsfraktion waren nicht vergebens", so MdB Klaus Hofbauer. In den Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes wurden kurzfristig einige Verkehrsprojekte "EU-Osterweiterung" aufgenommen. Dies sei dem Antrag "Verkehrsinfrastruktur auf EU-Osterweiterung vorbereiten" zu verdanken, unterstützt von den ostbayerischen Abgeordneten. In der Projektliste finde sich auch die gesamte B85 zwischen Amberg und Cham und die B20 im Abschnitt Cham-Furth im Wald. "Jetzt müssen auch die Dringlichkeitsfestlegungen im Anhang des Bundesverkehrswegeplanes mit dieser Liste abgestimmt werden. Bisher wird nur ein Teil der Strecke von Amberg bis zur tschechischen Grenze im vordringlichen Bedarf geführt", nannte Hofbauer Details. Dies gelte besonders für die Ortsumgehungen Altenkreith und Neubäu sowie der B85 zwischen Schwandorf und Amberg. Rudolf Kraus verwies auf den dringend notwendigen Ausbau der B85 zwischen Schafhof in Amberg-Sulzbach und der Anbindung an die A93. "Völlig unverständlich, dass das nicht im vordringlichen Bedarf ist", so der MdB. Der Ausbau der B85 sei von vielen mit der Zustimmung zur A6-Trasse verbunden worden. Kraus forderte zudem den Ausbau der B299 bei Neumarkt, Mühlhausen und Amberg. Maria Eichhorn und Klaus Hofbauer warnten davor, aus ideologischen Gründen mit aller Gewalt die Bahn der Straße gleichstellen zu wollen. Die Bahn sei für die Wirtschaft vor allem in der ländlichen Oberpfalz nach wie vor kein Ersatz für funktionierende Straßen. "Keine Straßen mehr bauen und künstlich Staus produzieren - das müssen sich die oberpfälzer Autofahrer nicht gefallen lassen, sie zahlen schließlich auch genug", forderte Rudolf Kraus die Mineralölsteuer für den Straßenbau zu verwenden. Maria Eichhorn und Klaus Hofbauer bedankten sich ausdrücklich bei der IHK Regensburg, die durch ihre Initiativen immer wieder die Forderungen der Unionsfraktion unterstützt habe. MdB Albert Rupprecht betonte die Bedeutung der oberpfälzer Ost-West-Verbindungen als "europäische Drehscheibe zu den Nachbarn im Osten". Die Bahnstrecken nach Prag seien noch zu unattraktiv. Als Beispiel nannte Rupprecht "5 bis 7 Stunden für die Bahnstrecke Weiden-Prag". "Wir brauchen eine schnellere Verbindung nach Prag. Die Bahnverbindung muss gegenüber der Straße attraktiver werden. Die Ost-West Verbindung durch die Oberpfalz muss angesichts der Osterweiterung aufgewertet werden. Die Oberpfalz war früher eine große `Eisenbahnerregion` und sollte dies auch in Zukunft im Ost-West-Verkehr wieder werden", forderte Rupprecht. Die bisher geplante Verbesserung der Verbindung von Nürnberg über Marktredwitz nach Prag genüge nicht. Helmut Heene schlug den Ausbau der Trasse von München über Regensburg nach Prag vor. Entlang der neuen Trasse der B16 fordert die IHK den Neubau einer Spange von Regensburg nach Roding über Schwandorf. Heene will so die Achse Prag-Furth im Wald-Schwandorf-Regensburg-München aufwerten. Mit Blick auf den zunehmenden Handel mit Tschechien betonte der IHK-Präsident, "dass der Oberpfalz jede Maßnahme hilft, die Furth im Wald aufwertet". "Wir brauchen außerdem die Ertüchtigung der Nord-Süd-Trasse von München über Regensburg nach Hof und weiter nach Leipzig durch die Neigetechnik", sah Helmut Heene bei diesem Plan "reelle Chancen auf eine Umsetzung". IHK-Hauptgeschäftsführer Georg Raum nannte die direkte Schienenanbindung Ostbayerns zum Flughafen München als weiteres Ziel, "für das es sich zu kämpfen lohnt". "Umsteigen in Freising muss wegfallen. Züge aus der Oberpfalz müssen direkt zum Flughafen fahren können", erbat Raum die politische Unterstützung für eine der Varianten, "ob Marzlinger oder Pullinger Spange oder Neufahrner Kurve". "Eine gute Flugverbindung sind wir den in alle Welt exportierenden ostbayerischen Unternehmen und ihren Geschäftspartnern schuldig", will MdB Maria Eichhorn langfristige Lösungen anstreben, aber auch jede Chance nutzen, schnell Abhilfe zu schaffen. Erstellt am
(Seitenanfang)
![]() |
Schreiben Sie uns ! E-Mail-Kontakt
|