Pfleiderer: Negatives Ergebnis !
NEUMARKT.
Pfleiderer rechnet für 2002 wegen einmaliger Sondereffekte mit einem negativen Ergebnis. Nach der Umstellung auf US-GAAP seien weitere Wertberichtigungen zu erwarten, die zusammen mit den Buchverlusten aus Verkäufen zu außerordentlichen Belastungen von rund 50 Millionen Euro führen würden. Wie die Vereinigten Wirtschaftsdienste (vwd)am Freitag berichteten, werde das Ergebnis vor Steuern bei einem erwarteten Umsatz von 1,05 Milliarden Euro auf dem Niveau des Neunmonatsergebnisses liegen. Beim EBIT rechnet Pfleiderer mit 20 bis 25 Millionen Euro für 2002.
Nachtrag:Am Feitag-Mittag wurden die Berichte von vwd und neumarktonline von Pfleiderer bestätigt. Nachfolgend die Presse-Mitteilung:
Neun-Monats-Bericht zum 30. September 2002:
Deutlicher Abbau der Konzernverschuldung sichert stabile Unternehmensentwicklung.
Umsatz mit 786,2 Mio. Euro leicht unter Vorjahresniveau. Operatives Ergebnis von 23,7 Mio. Euro zufriedenstellend. Buchverluste aus Desinvestitionen als Einmaleffekte
Erlöse aus der Veräußerung der baunahen Bereiche in Höhe von rund 235 Mio. Euro werden zum Abbau der Konzernverschuldung verwendet
Im vollen Geschäftsjahr 2002 werden außerordentliche Belastungen von rund 50 Mio. Euro zu einem negativen Gesamtergebnis führen.
Neumarkt, 29. November 2002 - Die im S-DAX gelistete Pfleiderer AG, WKN 676 474, konnte im dritten Quartal 2002 die angekündigten Desinvestitionsmaßnahmen zur strategischen Neuausrichtung des Konzerns erfolgreich abschließen. Die Erlöse aus der Veräußerung der baunahen Geschäftsbereiche in Höhe von rund 235 Mio. Euro wird der Konzern nutzen, um seine Netto-Verschuldung um rund 40 Prozent zu reduzieren und so seine Bilanzstrukturen erheblich zu verbessern.
Bei annähernd stabilen Umsätzen erzielte das Unternehmen mit den beiden Geschäftsbereichen Holzwerkstoffe und Infrastrukturtechnik in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2002 ein operatives Ergebnis in Höhe von 23,7 Mio. Euro und konnte damit seine Marktposition in einem schwachen konjunkturellen Umfeld stärken.
Für Prof. Dr. Ralf H. Bufe, Vorsitzender des Vorstandes der Pfleiderer AG, hat das Unternehmen seine wesentlichen Ziele in diesem Jahr erreicht: „In Anbetracht schwieriger Markt- und Wettbewerbsbedingungen sind wir mit dem operativen Ergebnis zufrieden. Durch den Abbau der Konzernverbindlichkeiten schaffen wir die finanziellen Grundlagen für eine solide, unabhängige und langfristig positive Unternehmensentwicklung.“ Zwar werde in diesem Jahr das Gesamtergebnis durch Buchverluste und außerordentliche Belastungen deutlich negativ sein. Nach der Fokussierung des Portfolios und der Reduzierung der Verschuldung werde aber die strategische Neuausrichtung in den kommenden Jahren konsequent fortgesetzt. „In Zeiten wie diesen hat Stabilität für uns absoluten Vorrang,“ so Bufe.
Der Pfleiderer-Konzern erzielte in den Geschäftsbereichen Holzwerkstoffe und Infrastrukturtechnik im Zeitraum 1. Januar bis 30. September 2002 einen Gesamtumsatz in Höhe von 786,2 Mio. Euro und liegt mit - 2,0 Prozent leicht unter dem Niveau des Vorjahres (802,0 Mio. Euro).
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen EBITDA ging um 22,1 Prozent auf 78,1 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 100,2 Mio. Euro). Hierin spiegeln sich im Wesentlichen die rückläufigen Margen im Geschäftsbereich Holzwerkstoffe wider, die auf den hohen Preis- und Wettbewerbsdruck in der Branche zurückzuführen sind.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern EBIT beläuft sich für den Pfleiderer Konzern auf 36,2 Mio. Euro (Vorjahr: 54,1 Mio. Euro). Das operative Ergebnis EBT vor außerordentlichen Aufwendungen liegt bei 23,7 Mio. Euro und damit 34,2 Prozent unter Vorjahr (36,0 Mio. Euro).
Verluste aus den nicht-fortzuführenden Aktivitäten, insbesondere die Buchverluste aus dem Verkauf der Türen-Aktivitäten1), führen als negative Sondereffekte von insgesamt 51,8 Mio. Euro zu einem Gesamtergebnis vor Ertragsteuern für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres in Höhe von - 28,1 Mio. Euro (Vorjahr: 24,9 Mio. Euro).
Die erwarteten Buchgewinne durch die Veräußerung der Dämmstoff-Aktivi-täten werden erst im vierten Quartal zum Tragen kommen, da der Vollzug zum Zeitpunkt der Neun-Monats-Berichterstattung noch nicht abgeschlossen ist.
Dennoch ist davon auszugehen, dass das Konzern-Ergebnis vor Steuern EBT zum Geschäftsjahresende - bei weitgehend stabilen Umsatzerwartungen in Höhe von rund 1.050 Mio. Euro - nicht wesentlich von dem zum 30. September 2002 abweichen wird. Nach der Umstellung auf US-GAAP sind weitere Wertberichtigungen zu erwarten, die zusammen mit den Buchverlusten aus Verkäufen zu außerordentlichen Belastungen in Höhe von rund 50 Mio. Euro führen werden. Das operative Ergebnis wird zum Jahresende zwischen 20 und 25 Mio. Euro liegen und einschließlich der einmaligen Sondereffekte zu einem negativen Gesamtergebnis führen.
Holzwerkstoffe in schwierigem Marktumfeld deutlich profitabel.
Für das Business Center Holzwerkstoffe haben sich auch im dritten Quartal 2002 die wirtschaftlichen und strukturellen Rahmenbedingungen nicht geändert. Die anhaltende Nachfrageschwäche in der Möbelindustrie, ein unter Insolvenzbedingungen produzierender Wettbewerber sowie Überkapazitäten im Markt beeinträchtigen weiterhin das Preisniveau auf dem deutschen Markt. Im Gegensatz dazu haben sich der Export und der Geschäftsverlauf an den beiden polnischen Standorten gut entwickelt.
In der Gesamtheit erzielte das Business Center Holzwerkstoffe in den ersten neun Monaten des Jahres 2002 einen Umsatz in Höhe von 535,2 Mio. Euro und liegt, entsprechend dem Branchentrend, um 6,2 Prozent unter dem Umsatz des Vorjahreszeitraums von 570,5 Mio. Euro.
Im Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen EBITDA musste ein Rückgang um 30,2 Prozent auf 57,4 Mio. Euro (Vorjahr: 82,2 Mio. Euro) verzeichnet werden. Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern EBIT fiel mit 30,2 Mio. Euro 38,0 Prozent niedriger aus als in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres (48,7 Mio. Euro).
Infrastrukturtechnik: Umsatzsteigerung und stabile Ergebnisentwicklung
Das Business Center Infrastrukturtechnik steigerte in den ersten neun Monaten des Jahres 2002 die Umsätze um 9,0 Prozent auf 248,5 Mio. Euro (Vorjahr: 228,0 Mio. Euro). Alle Business Units haben zu der Umsatzsteigerung
beigetragen, wobei die Business Units Maste / USA mit 122,7 Mio. Euro und Verkehrssysteme mit 80,8 Mio. Euro den größten Anteil lieferten. Während das EBITDA um 3,9 Prozent auf 29,9 Mio. Euro leicht rückläufig war (Vorjahr:
31,1 Mio. Euro), blieb das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern EBIT mit 21,2 Mio. Euro (Vorjahr: 21,3 Mio. Euro) konstant.
Bei den Ergebniszahlen des Business Centers Infrastrukturtechnik ist zu berücksichtigen, dass die planmäßigen Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 7,7 Mio. Euro in die Offshore-Technologie MULTIBRID® der Business Unit Wind das Gesamtergebnis des Bereiches schmälern. Ohne dieses Entwicklungsgeschäft könnte das Business Center eine Steigerung des EBIT um 23,5 Prozent auf 28,9 Mio. Euro (Vorjahr: 23,4 Mio. Euro) verbuchen.
Die Business Unit Telekommunikation ist weiterhin von den zögerlichen Investitionen der Mobilfunkbetreiber zum Aufbau der UMTS-Netze geprägt und entwickelt sich rückläufig.
Ausblick: Wesentliche Ergebnisbeiträge aus den internationalen Aktivitäten
Für das Geschäftsjahr 2003 rechnet die Pfleiderer AG in Deutschland nicht mit einer nachhaltigen Belebung der Geschäftsentwicklung im Bereich Holzwerkstoffe. Weitgehend stabile Ergebnisbeiträge versprechen hingegen die Exportgeschäfte und die internationalen Aktivitäten, insbesondere in Polen, Russland und Osteuropa.
Entsprechendes gilt für den Geschäftsbereich Infrastrukturtechnik mit einer insgesamt stabilen Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Unverändert zuversichtlich werden insbesondere die Marktpotenziale für die Business Units Verkehrssysteme sowie Maste / USA eingeschätzt.
Diese Tendenzen unterstreichen die Richtigkeit und Notwendigkeit der Strategie der Pfleiderer AG, ihre internationalen Geschäftsaktivitäten weiter auszubauen, insbesondere im Geschäftsbereich Holzwerkstoffe den Export und die Präsenz in den osteuropäischen Wachstumsmärkten zu stärken und somit die Abhängigkeit von der deutschen Konjunktur weiter zu verringern.
In Anbetracht der aktuellen und künftigen Wirtschaftslage werden die Investitionsvorhaben allerdings den aktuellen Einschätzungen angepasst und in der Summe auch im Geschäftsjahr 2003 auf Höhe der Abschreibungen liegen.
Nach der strategischen Neuausrichtung geht die Pfleiderer AG mit wesentlich verbesserten Voraussetzungen in das neue Geschäftsjahr.
Denn mit den Verkaufserlösen aus den Desinvestitionsmaßnahmen des Jahres 2002 kann der Konzern seine Nettoverschuldung um rund 40 Prozent auf rund 300 Mio. Euro zurückführen und damit einen beachtlichen Beitrag zur Verbesserung der Bilanzstrukturen leisten.
Damit gewinnt das Unternehmen neue finanzielle Freiräume für eine stabile und langfristig positive Unternehmensentwicklung, die sich in der Balance zweier leistungsstarker Geschäftsbereiche an den Zielen zur Steigerung der Ertragskraft und des Unternehmenswertes orientiert.
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