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Trennung:
Kinder am meisten betroffen NEUMARKT.
Gut dreißig Personen waren es, die sich unter dem Dach der Friedensakademie
in den Räumen der Volkshochschule über das Thema Trennung in Freundschaft
oder Feindschaft berieten. Die zunehmende Zahl der Trennungen in unserer
Gesellschaft schreckt, noch mehr jedoch müsse die besondere Betroffenheit der
Kinder dabei wachrütteln. Sie leiden am meisten unter der Art und Weise, wie
„knallhart“ es bei Trennungen von Paaren oft zugeht. „In 80 Prozent der Fälle läuft hier
übelste Form von Streit“, meinte eine der Referentinnen, Frau Beer, von der
Gruppe „Initiative alleinerziehende Mütter“. Sie bemüht sich, innerhalb der
Volkshochschule, durch entsprechende Kurse Betroffenen den Wiedereinstieg ins
Berufsleben zu erleichtern. Viele Tipps waren es, die Berater und
„Lebenserfahrene“ bei der Zusammenkunft gaben. Das gemeinsame Gespräch und
das Aufzeigen von Hilfsmöglichkeiten sind nach Worten von Gabriele Graf, eine
der Sprecherinnen der Friedensakademie Neumarkt, Ziele der Akademie. In
seiner Funktion als Anwalt riet Herr Weber den Verliebten, vor der Heirat
sich Informationen bei einem Anwalt einzuholen darüber „auf was man sich
rechtlich gesehen bei einer Ehe einlässt“. „Zwangsläufige Konflikte in Ehen können sehr häufig nicht ohne
professionelle Hilfe gelöst werden“ bekräftigte Frau Sator-Muswiek von der
Familienberatungsstelle. Sie plädierte dafür, vorab Alternativen zur Trennung
zu suchen. Am System in der gefährdeten Familie müsse dabei gearbeitet
werden, die Richtung bestimmten die Hilfesuchenden selbst. Immer wieder erhoben Referentinnen die
Forderung „Streiten zu lernen“und „Eigenverantwortung zu übernehmen“. „Wir
helfen dabei“, so Frau Heßlinger vom „Runden Tisch, e.V..Über Hilfsangebote
sprach auch Herr Pfeiffer vom Jugendamt, das bei unvermeidbarer Trennung
Vorschläge fürs Gericht erarbeitet. Die erschreckende Zahl von etwa 1 Million
in Deutschland lebender Kinder, die ihren jeweils zweiten Elternteil nicht sehen
dürfen, nannte Herr Birner von den „Trennungs-Vätern“. In diesem Verein
arbeiten auch Mütter mit, die mit ihren Kindern nicht zusammen sein dürfen
Dabei brauchen nach Meinung der beiden anwesenden Jugendlichen gerade
Kinder „den Vater und die Mutter“. Kinder sind es, die von elterlichen
Kämpfen am meisten betroffen sind. „Laura“ und „Nicki“, wie wir die beiden
15- und 17 jährigen hier nennen,
stellten in ihrem Arbeitskreis die aus ihrer Sicht wichtigsten „Verhaltensregeln“
für Eltern auf: Sie wünschen sich, dass Eltern sich gegenseitig achten
sollen, erinnern die Eltern an ihre Pflicht, Kinder ein Leben lang zu
begleiten und daher in Verbindung zu bleiben und sie bitten darum, dass
ureigene Partnerschaftskonflikte ohne Anwesenheit der Kinder ausgetragen
werden. Unterstützung dabei erhielten sie von Frau Beer, die dazu mahnte,
„Kinder in den Streitakten nicht vorzuschieben, sondern sie außen vor zu
lassen“. In
vier Arbeitskreisen wurde im Anschluss an die Kurzreferate heiß um
jeweils 5 Merksätze gerungen. An alte Erfahrungen wurde erinnert“…. sich zu
prüfen, bevor man sich ewig bindet…..“ . Angesprochen wurde die wichtige Vorbildfunktion, auch der eigenen Eltern, dabei, Streiten zu
lernen und ebenso die Konfliktlösungswege.“ Respekt voreinander sei in einer
Beziehung notwendig und Erwartungen dürften nicht zu hoch geschraubt werden.
Nach einer Trennung gehöre die „Schuldfrage“ aufgearbeitet , so eine
Arbeitsgruppe. Dies sei im Hinblick auf
eine zukünftige
Neuorientierung notwendig. Von „Schuld“ wollten einige
Versammlungsteilnehmer nicht sprechen, „weil dies wieder in den Graben
führe“.Sie sprachen von „ den jeweiligen Anteilen daran“, dass die Beziehung
gescheitert sei oder von Ursachen. Gemeinsame Tipps aller Teilnehmer im Anschluss an die gut zweistündige
Zusammenkunft: Friedlich streiten lernen, von vernünftiger Streitkultur war die Rede, und üben, wie man
Konflikte löst. Derartige Forderungen
gehen zuallererst an die Eltern, an die Lehrer und an die Gesellschaft
als Ganzes. Konfliktbeladene Trennungen, oftmals verbunden mit einer
Lebenskrise aller Beteiligten treffen nämlich hart, so Gabriele Graf, Sprecherin der Friedensakademie
Neumarkt. Ein langer, beschwerlicher Weg wurde in der Akademiesitzung
aufgezeigt und viel Arbeit wurde sichtbar, um die oft grausamen Realitäten im
Vorfeld zu vermeiden, darüber waren sich die Versammlungsteilnehmer einig:
Der Weg der Vernunft müsse verstärkt beschritten werden. (01.11.2002) Friedensakademie
wächst und gedeiht NEUMARKT. In kleinen Schritten wächst die
Friedensakademie Neumarkt in den Räumen und mit Unterstützung der
Volkshochschule. Gabriele Graf, die kommissarische Leiterin der Gruppe von gut
10 Aktiven, wertete den ersten öffentlichen Auftritt als großen Erfolg.
Referenten verschiedenster Organisationen stellten dabei ihre Friedensarbeit
zum Thema: “Versöhnt leben und in Frieden sterben“ vor. Anwesend waren aktive
Mitglieder von Humanum Vitae, vom Hospiz-Verein in Neumarkt und Vertreter der
beiden großen Kirchen, die im Krankenhaus in Neumarkt in der Seelsorge
wirken. Mit beim gemeinsamen Gespräch waren außerdem ein
Bestattungsunternehmer und eine Ärztin aus Neumarkt. Von allen Teilnehmern wurde
im Nachhinein betont, wie wichtig derartige gemeinsame Gespräche sind.
Einziger Kritikpunkt der Organisatoren: Von vielen Neumarktern wurde die
Tatsache bedauert, dass man von dem Gespräch vorab nichts wusste. Mehr
Öffentlichkeitsarbeit tut also Not, eine Forderung, die angesichts leerer
Kassen nur sehr schwer umzusetzen ist. Trotz alledem
will man jetzt ein Flugblatt herausgeben, in dem sich die „werdende
Friedensakademie“ vorstellt und Ziele genannt werden. Keine Frage,
Friedensarbeit im Großen wie im Kleinen ist dringlicher denn je. Und im Kreis
der Aktiven ist man überzeugt davon, dass man Frieden lernen und praktizieren
kann. Der Weg an sich mag schwieriger sein als der Weg hin zu den vielen
Kriegen, sei es in Familien oder international gesehen. Drei weitere
Termine stehen jetzt bei der Akademie fest. Am 30 Oktober sprechen Vertreter
unterschiedlichster Gruppen über das Thema: Trennung in Freundschaft oder
Feindschaft. Auch hierbei wirkt die Akademie wieder über die Grenzen
Neumarkts hinaus und erwartet einige Referenten aus Amberg. Zielsetzung bei
der Themenberatung ist es, „in Verbindung lebenden Menschen dabei zu helfen,
die bestehende Gruppe beibehalten zu können“. Im Falle einer unvermeidbaren
Trennung jedoch will man den Weg der Feindschaft vermeiden helfen. Ratschläge
von Betroffenen und Helfern sollen angeboten werden. Am 11.
Dezember sollen der Öffentlichkeit „Weisheiten der verschiedenen
Lebensabschnitte“ angeboten
werden. Sichtweisen und Erfahrungen,
die eventuell von den gängigen Normen abweichen. Ziel dabei ist es, nicht nur
Alternativen kennen zu lernen, sondern man will Verständnis für zum Teil
„Andersdenkende“ wecken. Fern noch
liegt der Termin am 8. Januar, wo ausländische Mitbürger kund tun sollen, „wie sie „ihr, unser aller
Neumarkt sehen“. Von der dabei beabsichtigten „Weitung der Sichtweisen“
erwarten sich die Planer in der Akademie ebenfalls wichtige Impulse für ein
friedliches Zusammenleben. Viel Arbeit
haben die Organisatoren Frau Gabriele Graf, von Beruf Sozialpädagogin und die
Ärztin Frau Dr. Karin Klappenbach. „Da braucht man viele Stunden bis die
Referentenliste steht und die Gespräche dann laufen.“ Aber einhellig ist die
Meinung, dass die Vernetzung unterschiedlichster Gruppen, der
Meinungsaustausch untereinander ein wertvoller Beitrag in Richtung Frieden
ist. (18.10.02)
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