Flutkatastrophe: „Rasche Hilfe von Stadt zu Stadt“

 

NEUMARKT. Um unverzüglich und auf möglichst breiter Basis in der großen Not zu helfen, lädt die Fraktionsgemeinschaft Flitz/Grüne im Neumarter Stadtrat zu einer Versammlung am Donnerstag ins Johanneszentrum ein. Um 19.00 Uhr können sich Interessierte im großen Nebenzimmer treffen. Gemeinsam soll dort in einem größeren Kreis beraten werden, wie man den durch die Naturkatastrophe Betroffenen rasche und wirksame Hilfe zukommen lassen kann. Darüber, dass die Stadtspitze in Neumarkt zögerlich auf den Vorschlag der Fraktionsgemeinschaft reagiert, eine Notpartnerschaft mit der Stadt Grimma einzugehen„ zeigt sich Madeisky nicht verwundert. Das war damals vor 10 Jahren genauso, als eine Gruppe von engagierten Bürgern eine Bürgerbewegung für Fremdenfreundlichkeit in Neumarkt ins Leben rief „Wir müssen also auch dieses Mal wieder hauptsächlich auf Eigeninitiative bauen“. Wie stark eine Bürgerbewegung sein kann zeigte dann die Demonstration in Neumarkt gegen Fremdenfeindlichkeit. Zeitungsberichten zufolge gingen damals etwa 5000 Neumarkter auf die Straße, um für Nächstenliebe und  für Fremdenfreundlichkeit zu demonstrieren, erinnert der Stadtrat. Neben vielen Privatpersonen hatten 42 Vereine, Verbände, Parteien und sonstige Gruppen die damalige Aktion unterstützt. „Die anfänglichen Zögerer gingen dann allerdings mit vorne weg“, weiß der Stadtrat zu berichten.  Allerdings hofft die Fraktionsgemeinschaft auf einen Schulterschluss in der allseits beabsichtigten Hilfsaktion.Ähnlich wie damals sollten wir dies jetzt auch „anpacken“ ermuntert Hans Madeisky. „Über Parteigrenzen hinweg müssen wir hier zusammenwirken und dürfen nichts dem Zufall überlassen.“ Für sinnvoll erachte die Fraktionsgemeinschaft von Freier Liste Zukunft und Bündnis 90/Die Grünen dabei eine Hilfe unmittelbar von Stadt zu Stadt, von Neumarkt zum Beispiel nach Grimma , ohne Umschweife also, ohne viel bürokratischen Ballast und vor allem ohne parteipolitische Taktiererei, wie sie sich jetzt wieder von Seiten des OB andeute. Eine Art „Patenschaft in der Not“, die später in eine  echte Städtepartnerschaft einmünden könne, regt der Stadtrat der Fraktionsgemeinschaft an. Neumarkt könne dabei hoffentlich Beispiel gebend für andere Kommunen in Deutschland wirken.

Eine Art Bürgerinitiative für das hart getroffene Grimma soll also in Neumarkt entstehen „und wir können am Donnerstag gemeinsam darüber nachdenken, wie konkrete Hilfe aussehen und geleistet werden kann. Von den sicherlich mehr als1000 Möglichkeiten zu helfen, sollten wir uns auf einige wesentliche einigen und dann gemeinsam loslegen“. Keinesfalls will Madeisky sich auf die Hilfe des Bundes allein verlassen oder auf die Sammelaktion durch Funk und Fernsehen. Die Not und das Elend in den Überschwemmungsgebieten sei unvorstellbar. Die angekündigte Soforthilfe in Höhe von 500 Euro hat die Fraktionsgemeinschaft gestern nach Grimma überwiesen. Am Donnerstag, um 19.00 Uhr, haben hilfswillige Neumarkter Gelegenheit, ihre Hilfsangebote und Ideen einzubringen, „und wir können dabei unsere Arbeit gemeinsam verstärken und koordinieren, so heißt es im Aufruf.

 


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