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Fischer-Museum auf den Weg gebracht

 

NEUMARKT. Die Errichtung eines „Fischer-Museums“ in Neumarkt wurde vom Stadtrat in der Sitzung am Donnerstagabend gegen zwei Stimmen in die Wege geleitet worden. Dagegen stimmten Hans Jürgen Madeisky (Flitz) und Johann Gloßner (Grüne).

Eine „besondere Freude“ und ein „Glücksfall“ sei es für ihn, wenn noch zu seinen Lebzeiten ein Museum für ihn eingerichtet werde, sagte Künstler Lothar Fischer nicht ohne unfreiwilligem Humor am Donnerstag in der Stadtratssitzung, in der die Weichen für ein „Fischer-Museum“ gelegt werden sollten.

Oberbürgermeister Alois Karl wies noch einmal darauf hin, dass das Ehepaar Fischer  als Beitrag für das Museum die zu gründende Stiftung als Alleinerben für alle Vermögen und Immobilien einsetzt. Rechtsdirektor Jürgen Kohler ging auf die juristische Konstruktion der Stiftung und die geplante Finanzierung des Museums ein. Demnach wird eine Lothar und Christel Fischer-Stiftung gegründet, der die Eheleute als Vorsitzender und Stellvertreterin angehören. Dr. Gabriele Moritz wird als Leiterin des städtischen Kulturamtes qua Amt geschäftsführendes Vorstandsmitglied.

Die Stadt stellt das Grundstück neben der Stadtbücherei der Stiftung per Erbbaurecht  zur Verfügung. Die Kosten des geplanten Baus, der von Architekt Johannes Berschneider vorgestellt wurde, trägt zur Hälfte die Stadt als Zuschuß. Die andere Hälfte stellt die Stadt als kostenloses Darlehen zur Verfügung. Dieses Darlehen braucht erst im Erbfall zurückbezahlt zu werden, wenn also das Ehepaar sein Vermögen an die Stiftung vererbt.

Lothar Fischer stellte in seiner kurzen Rede im Stadtrat vor, welche Kunstwerke er in dem Museum ausstellen will. Vor allem sollte ein Museum  keine tote Angelegenheit sein, sondern müsse mit Leben erfüllt werden. So sollen mindestens zwei Mal im Jahr Wechselausstellungen durchgeführt werden.  Außerdem legt er Wert auf einen mit Geld dotierten „Fischer-Preis“, der an junge bildende Künstler jährlich verliehen werden soll. Auch diese Kosten wie auch der Unterhalt des Museums kommen auf die Stadt zu.

OB Karl sagte, dass man die Gelegenheit eines Fischer-Museums „froh ergreifen solle“. Kunst und Demokratie sollte man nicht verweben, sagte er mit Blick auf die von der Bürgerinitiative Billi veröffentlichten Umfrage, der zufolge 75 Prozent der Neumarkter ein solches Museum ablehnen.

Zur Zeit werde von Kosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro für das Museum gesprochen. Karl glaubte, dass hier noch Spielraum sei. Die Stadt rechne aber mit rund einer Million Euro als hälftigen Anteil. Jedenfalls würden deswegen im Investitionsprogramm keine anderen Projekte zurückgestellt werden müssen. In Anspielung an das Hin und Her bei der Errichtung des bekannten Buchheim-Museums vor geraumer Zeit sagte Karl: „So wie es da andere Gemeinden gemacht haben wollen wir uns hier in Neumarkt nicht blamieren!“

„Keine Kritik an Professor Fischer oder sein Werk“ wollte Flitz-Stadtrat Hans Jürgen Madeisky üben. Er bemängelte aber die mangelhafte Information der Bevölkerung. Auch er als Stadtrat frage sich: „Wie viel können wir hier überhaupt noch beeinflussen ?“ Madeisky wehrte sich entschieden dagegen, „heute einen Beschluß zu fassen“. Es tue ihm leid, dass Professor Fischer jetzt in die Mühlsteine der Diskussion geraten sei.

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