neumarktonline.de

Wacholder im Mittelpunkt

 

NEUMARKT. Der „Baum des Jahres 2002“ ist der Wacholder. Um ihn speziell und um die Wichtigkeit der Bäume und des Waldes im Allgemeinen geht es bei einer Ausstellung im Foyer des Landratsamtes, die noch bis zum 21. Juni zu sehen ist, Die Ausstellung wurde von der Schule Breitenbrunn gestaltet.

 


Der Wacholder"
(Juniperus communis)

Die Trockenrasen und mageren Biotope sind bei uns die Heimat des Wacholders. Sie geben diesen Flächen ihr eigentümliches Aussehen. Nur durch das Offenhalten dieser Flächen kann der Wacholder oder der Krammetbaum erhalten werden. Die Konkurrenz des Waldes verträgt er nicht. Die Beweidung mit Schafen oder Ziegen ist deshalb auf solchen Flächen nötig. Durch die früher sehr intensive Nutzung des Wacholders z.B. zum Räuchern von Fleisch oder für Heilzwecke oder zur Abwehr von bösen Geistern ist sein Bestand stark dezimiert worden. Darüber hinaus hat man ihn als "Weideunkraut" bekämpft. Darum wurde er unter Naturschutz gestellt.

 

 Von seiner Gestalt her erinnert er weniger an einen Baum. Er wächst sehr langsam und erreicht normalerweise nur 3 bis 5 m Höhe. Nur in Ausnahmefällen begegnen uns Exemplare mit über 10 Metern Höhe. Dafür erreicht er ein sehr hohes Alter. Von seiner Natur aus kann er zwischen 500 und 2000 Jahre alt werden, was ihn zum Zeichen der Unsterblichkeit gemacht hat. Deshalb hat man ihn früher auch gerne auf Gräbern und im Friedhof gepflanzt.
In der Heilkunde hat man den Wacholder schon seit langem verwendet. Er fördert die Verdauung, deshalb wird er bei Wildgerichten, Fleisch- oder Wurstwaren oder beim Sauerkraut zugegeben. Auch beim Einmachen von Gurken z.B. gehören die Beeren unbedingt dazu. Darüber hinaus schätzte man seine Wirkung als harntreibendes oder blutreinigendes Mittel bei Rheuma, Hautkrankheiten und Gicht. Doch nicht jedes Exemplar des Wacholder trägt Früchte, denn er ist zweihäusig, d.h. es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Die Wacholderbeeren oder Krammatbeeren werden erst im zweiten Jahr reif, wenn sie ihre dunkelblau schwarz bereifte Farbe angenommen haben. Die daraus gewonnenen ätherischen Öle werden z.B. zur Aromatisierung von Gin, Steinhäger oder Dornkaat verwendet.
Um dieses interessante Gehölz zu erhalten, ist eine Pflege und Erhaltung der Trockenrasen notwendig.

  
Die Schule in Breitenbrunn widmet sich auch in diesem Jahr dem Baum des Jahres in einer Ausstellung, die außer in der Schule von Breitenbrunn auch im Landratsamt Neumarkt in der Zeit von 07.06. bis 21.06.2002 zu sehen ist. Darüber hinaus wird der Landschaftspflegeverband Neumarkt diese Ausstellung der Schule Breitenbrunn im Rahmen des ABSP-Projektes an der Schwarzen Laber in verschiedenen Orten präsentieren.

Schreiben Sie uns!

E-Mail-Kontakt

 

(zurück zur Titelseite)