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Walburga
und Wunibald als Vorbilder im Glauben
NEUMARKT/EICHSTÄTT/HEIDENHEIM (pde) – „In der Freude des Herrn – Glauben
verändert leben“ war das Motto der diesjährigen Diözesanwallfahrt zu der das
Bistum Eichstätt am Samstag, den 8. Juni nach Heidenheim einlud. 450 Wallfahrer
aus allen Teilen des Bistums, darunter auch 40 Fußwallfahrer aus
Gunzenhausen, folgten der Einladung. Das Vorbild der Heiligen Wunibald und
Walburga, die vor genau 1250 Jahren ein Kloster in Heidenheim gegründet
hatten, nahm der Eichstätter Diözesanbischof Dr. Walter Mixa zum Anlass für
seine Predigt. Er rief die Gläubigen dazu auf, bekennende und missionarische
Christen zu sein. Auch der evangelische Regionalbischof von Ansbach, Dr.
Ernst Dietrich Bezzel, bezeichnete in seiner Ansprache die Wallfahrt als „für
evangelische Christen zunächst ungewöhnlich aber zunehmend verständnisvoll“
und befürwortete das öffentliche Bekenntnis zu Gott.
Mixa predigte im Festgottesdienst auf der Wiese vor der katholischen Kirche
„St. Walburga“ im ansonsten evangelisch geprägten Heidenheim. Er erinnerte an
das Geschwisterpaar Wunibald und Walburga, die vor 1250 Jahren Menschen aus
ihrem Glauben heraus bewegt hatten Beide stünden zwar etwas im Schatten ihres
Bruders, des Diözesangründers Willibald, hätten nach den Worten Mixas aber
für das Bistum Eichstätt eine herausragende Bedeutung. Sie wurden zu
Mitbegründern des christlichen Abendlandes.
Insbesondere die Heilige Walburga rückte der Eichstätter Bischof in den
Mittelpunkt seiner Predigt. Sie hat nach dem Tod ihres Bruders Wunibald die
Leitung des Heidenheimer Frauenklosters, aber auch des Männerklosters
übernommen. An Walburga zeigt sich, dass Frauen in der Kirche schon immer
eine wichtige Rolle spielten. Sie sei eine „progressive, selbstbewusste und emanzipierte
Frau“ gewesen. Bischof Mixa verband seine Predigt mit der Forderung nach
einer größeren Anerkennung der Frau in der Gesellschaft, und zwar auch wenn
sie „kein Abitur und keine Karriere“ haben. Gerade die Berufung zur
Mütterlichkeit und der Wert der Mutterschaft können nach seinen Worten gar
nicht genug herausgestellt werden.
Sehen, was Recht ist
Bischof Mixa rief die Gläubigen ferner dazu auf, „in ununterbrochener
Tradition mit den Vorfahren des Glaubens fest und treu zu Gott zu stehen“.
Dazu gehöre, „aus der Kraft des Glaubens heraus das Leben zu verändern“.
Wichtig sei es dabei, nicht in der Selbstgenügsamkeit einer „Lust- und
Spaßgesellschaft“ zu verharren, sondern eine „Unterscheidung der Geister“
vorzunehmen und die Dinge beim Namen zu nennen. Konkret nannte er
Gewaltfilme, die zur Verrohung führen oder Filme, in denen die Sexualität
entwürdigend dargestellt wird.
Auch der evangelische Regionalbischof, Dr. Ernst Dietrich Bezzel griff die
Erinnerung an die drei heiligen Geschwister auf. Er hielt die Ansprache in
einem ökumenischen Vespergottesdienst am Nachmittag im evangelischen Münster
von Heidenheim. Willibald, Walburga und Wunibald hätten, so Bezzel, einen
„festen Platz im gemeinsamen Ahnenbuch evangelischer und katholischer
Christen“. Jenseits aller Heiligenlegenden würden Sie als Vorbild im Glauben
gelten, weil sie sich von niemandem beirren ließen und fest am Glauben zu
Christus hielten. Allerdings liegt für Bezzel ein „Schatten“ über dieser
Erinnerung, der gerade im evangelischen Münster deutlich wird. Bezzel: „Wir
werden an dieser Stätte daran erinnert, dass wir zwar gemeinsame Vorfahren
haben, aber immer noch nicht gemeinsam zum Tisch des Herrn gehen können.“ Er
rief die Gläubigen dazu auf, für die Einheit der Christen nicht nur zu beten,
sondern auch daran zu arbeiten. Im Heidenheimer Münster befindet sich das
Grab des Heiligen Wunibald und die ursprüngliche Begräbnisstätte mit dem
Grabmal der Hl. Walburga. Diese ist allerdings etwa 100 Jahre nach ihrem Tod
nach Eichstätt überführt worden, wo ihr Grab und das Grab des Hl. Willibald
heute noch verehrt werden.
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