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„Baubranche
nicht auf Rosen gebettet
NEUMARKT. „Die Stadt Neumarkt wird auch weiterhin durch eigene Investitionen dafür sorgen, dass Aufträge an die Baubranche gehen.“ Diese Aussage hat Oberbürgermeister Alois Karl am Mittwochabend, den 15.5.2002, bei einem Gespräch mit Betriebsräten der Firmen Klebl und Bögl getroffen. Oberbürgermeister Karl hatte zu diesem Meinungsaustausch eingeladen, um wieder mit den Betriebsräten über die Situation der Bauwirtschaft zu diskutieren. 15 Betriebsräte waren dazu ins Seecafé gekommen. Zuletzt hatte sich Oberbürgermeister Karl am 2.7.2001 mit ihnen getroffen. Nach seinen
Worten hat die Stadt Neumarkt in den letzten Jahren mehr als manch andere
Kommune für Investitionen im Bauwesen getan. Zum einen habe sie zum Beispiel
im Jahr 2001 durch genehmigte Bauanträge den Weg für Investitionen in Höhe
von 59 Millionen € frei gemacht. Zudem habe sie selber im Jahr 2001
Baumaßnahmen im Umfang von 11 Millionen € vergeben . Auch für die
nächsten Jahre wird die Stadt weiter aktiv bleiben. Sie kann dies nicht
zuletzt deswegen, weil die finanzielle Lage der Stadt sehr gut sei. Für die
Zukunft könnten Investitionen in Höhe von rund 125 Millionen € anstehen.
Darunter seien Tiefbauprojekte wie die Pöllinger Umgehung oder
Hochbauprojekte wie die Stadthalle. Der
Betriebsratsvorsitzende der Firma Bögl Walter Rackl legte dar, dass die
Situation am Bau sehr schlecht sei. Dies beweisen die Insolvenzen und
Entlassungen. Auch bei der Firma Bögl sei die Beschäftigtenzahl von 4.440 auf
3.700 zurückgegangen. Dies liegt auch daran, dass manche Firmen ihre Arbeiter
nicht mehr für künftige Baumaßnahmen vorhalten, sondern ausstellen und sich
lieber vor Ort für die Realisierung Arbeiter „einkaufen“. Hinzu komme eine
Verlagerung der Beschäftigung, so dass in Deutschland Polen beschäftigt
werden und in Polen wiederum Ukrainer zum Einsatz kommen. Josef Brandl
wies im Zusammenhang auf die Tarifverhandlungen hin, dass es dabei weniger um
Lohnhöhungen gehe, sondern um grundsätzliche Dinge. Die Arbeitgeber hätten
die einschlägigen Tarifverträge nämlich gekündigt, so dass jetzt die Höhe des
Urlaubsanspruchs, die 5-Tage-Woche und weitere soziale Errungenschaften auf
dem Spiel stehen. Der
Betriebsratsvorsitzende der Firma Klebl, Peter Prison, sprach der Politk
einen Teil der Schuld für die Misere am Bau zu. So seien die Preise äußerst
weit gefallen und die Firmen seien zu billigen Dienstleistern herab gedrückt
worden. Um an Aufträge zu kommen würden von manchen, oft nicht gerade sehr
erfahrenen und gut ausgestatteten Firmen Preisangebote abgegeben, die sich
gar nicht mehr rechnen. Um da mitzuhalten seien die renommierten Firmen
gezwungen, Kalkulationen zu erstellen, die gar nicht mehr kostendeckend sind.
Dadurch eröffne sich ein Teufelskreis. Auch der Einsatz von Subunternehmen verschlechtere oftmals die Lage für die deutschen Arbeiter. So sei heute ein Subunternehmeranteil von 45 Prozent bei vielen Firmen längst an der Tagesordnung. Auch Schwarzarbeit sorgt dafür, dass viele Arbeitsplätze weggefallen sind bzw. in Gefahr sind. Trotzdem stehe die Firma Klebl im Hochbau relativ gut da. Sie verfüge über qualifiziertes und gutes Personal und sei bis Ende des Jahres in diesem Bereich gut ausgelastet. |
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