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OB verlangte „Schluß der Debatte“ NEUMARKT. Mit einem vom Oberbürgermeister
beantragtem „Schluß der Debatte“ fand die Diskussion um das „Fischer“-Museum
in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend ein vorübergehendes Ende. Zuvor
hatten sich die Stadträte teilweise erbitterte Debatten geliefert.
Beschlossen wurde mit der CSU-Mehrheit, das Museums-Projekt weiter
voranzutreiben. Außerdem wurde der ursprünglich geplante Standort neben der
Stadtbücherei bestätigt und eine Stadthalle beschlossen. Während sich
kein Stadtrat direkt gegen das umstrittene Museum aussprach, standen in der
Sitzung wieder einmal die Kosten des Museums im Mittelpunkt. OB Alois Karl
bestätigt erneut eine Schätzung von 1,3 Millionen Euro, die die Stadt für das
Museum aufbringen müsse. Stadtrat Erich Dorfner riet, trotz der hitzigen
Debatte einen „ruhigen Kopf“ zu bewahren und sich nicht „kopfüber in ein
Abenteuer wie damals am Unteren Tor zu stürzen.“ Die „Minen“, die dort
inzwischen zu einem „Scherbenhaufen“ geführt hätten, seien damals „von uns
selbst gelegt worden“. Dorfner regte an, zuerst alle Kosten und alle Verträge
auf den Tisch zu legen und vor allem die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen.
„Die Bürger wollen am Unteren Tor kein Einkaufszentrum, sie haben Angst, den
Stadtpark zu verlieren, und sie haben manchmal auch Probleme mit Moderner
Kunst“, sagte Dorfner. – „und sie haben ein Anrecht darauf, zu wissen, was es
kostet!“ Zu Beginn der
Sitzung stellte Architekt Johannes Berschneider die eingeforderten
Alternativem zum Standort des Fischer-Museums vor – zwei Varianten an der
Kreuzung Mühlstraße/Weiherstraße, eine Alternative am Residenzplatz und eine
weitere mitten im Schlossweiher. Mit großer Mehrheit wurde dabei der
ursprüngliche Standort neben der Stadtbücherei favorisiert. Sprecher der
Opposition erbosten sich darüber, dass die Alternativen nicht genügend
ausgearbeitet worden sind: „Das war ärmlich“, sagte Hans-Walter Kopp (Flitz)
über die vorgestellten Pläne. Johann Gloßner: „Ärmlich - das ist sehr großzügig beschrieben; das
war absolut mäßig!“ Die (von den Grünen angeregte)Variante im Schlossweiher
sei durchaus „revolutionär“. Hans-Jürgen
Madeisky (Flitz) nannte es „unverfroren“ und „eine Kaltschnäuzigkeit“, den
beschlossenen Flächennutzungsplan einfach zu missachten, der dort neben der
Bücherei eine Bebauung verbiete. Der Antrag,
einen Architektenwettbewerb für den Bau des Fischermuseums durchzuführen,
wurde mit Mehrheit abgelehnt. Helmut Jawurek nannte es „schlicht peinlich“,
dass hier von der Fraktionsgemeinschaft Flitz/Grüne ein solcher Wettbewerb
nur für in Neumarkt ansässige Architekten verlangt wird, wenn gleichzeitig
der Unterschreiber dieses Antrags (Hans Walter Kopp) ein in Neumarkt
ansässiger Architekt ist. Jawurek brachte eine überregionale Ausschreibung
ins Spiel, zog diesen Gedanken aber schnell zurück, als die Opposition dies
aufgriff und befürwortete. Gisela Burger (CSU) nanne einen von der Stadt
durchgeführten Architektenwettbewerb in jedem Fall unsinnig, da ja nicht die
Stadt, sondern die künftige Stiftung der Bauherr sei. Das sei zwar richtig,
erwiderte Madeisky: aber solange es diese Stiftung noch nicht gäbe, „sind wir
Herr des Verfahrens – und wer zahlt, schafft an!“ Das von der
CSU-Fraktion beantragte Gesamtkonzept wurde schließlich bei sechs
Gegenstimmen beschlossen. Es umfasst neben Plan und Bau des Museums und des
Skulpturenpfades auch die Generalsanierung des Stadtparkes im Grünbereich,
eine Offenlegung des Leitgrabens, die Planung und den Bau einer Stadthalle
samt Tiefgarage, Bau und Planung eines Hotels durch einen privaten Investor
im unmittelbaren Umfeld der Kulturmeile und eine sorgfältige Untersuchung des
Verkehrssituation Dammstraße – wobei hier wieder ein Kreisverkehrs ins Spiel
gebracht wurde. Nachdem in
einer konfusen Diskussion zuvor geklärt werden sollte, wann man denn jetzt
über was abstimmt, zog OB Alois Karl einen Schluß-Strich: „Die Rednerliste
kannst vergessen“, sagte er zu seinem Stellvertreter Emil Silberhorn, der
gerade die nächste Wortmeldung aufrufen wollte, “weil ich jetzt nämlich
Antrag auf Schluß der Debatte stelle!“ Dieser Antrag kam mit der CSU-Mehrheit
durch. Grünen-Stadtrat Johann Gloßner wollte aber ausdrücklich, dass die Befürworter des Debatten-Endes namentlich festgehalten werden - damit man sehen könne, „wer hier keine Lust hat, seinen Job zu machen“. |
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