An allen Ecken muß gespart werdenNEUMARKT. Wie sieht die Zukunft der Alten- und Seniorenheime aus - oder anders gefragt, können diese Heime den jetzt erreichten Standard zukünftig noch halten?Diese Frage stellte sich allen Teilnehmern der CSU-Ortsverbände Stadtmitte und Pölling nach der Besichtigung des BRK-Alten- und Seniorenheimes in der Friedenstrasse in Neumarkt. Möglich gemacht hatten die Besichtigung auf Anfrage der Ortsverbände Stadtmitte und Pölling der CSU, Hela Buchner, als Seniorenbeauftragte der Stadt und Stilla Braun als Leiterin dieses Heimes. Dieses Heim, das neueste und modernste der Stadt, wurde 2001 begonnen und bereits zu Beginn 2002 bezogen. Die Anlage ist in drei Baukörper gegliedert und beherbergt auf drei Ebenen jeweils 24 Bewohner. Jeweils acht Bewohner sind in einer Wohngruppe zusammengefasst, die die Zimmer der Bewohner, eine Küche und einen Gemeinschaftsraum umfassen. Insgesamt können 83 Bewohner aufgenommen werden. Stilla Braun, die mit ihrer Stellvertreterin Jana Biske die Führung durch die Anlage übernommen hatte, erläuterte zudem, dass man versuche, das Heim nach den neuesten Erkenntnissen in der Altenpflege zu führen und sich daher auch der überreginonalen Qualitätskontrolle der bayerischen Altenheime stelle. Dies führe zwar notgedrungen zu erheblicher Mehrarbeit und Motivationsanstrengungen des Pflegepersonals, biete aber die Chance der Zertifizierung und für die Bewohner ein Optimum an Betreuung. So habe man die drei Ebenen der Anlage jeweils in die Bereiche blau, gelb und rot aufgeteilt, wo die Bewohner je nach ihrer körperlichen und geistigen Verfassung untergebracht sind. Im Bereich der Dementen wurde vor allem darauf geachtet, den Bewohnern ihre gewohnte Umgebung zu bieten. So ist der Aufenthaltsraum im Stil der Sechziger möbliert. Außerdem versucht man festes Tagesabläufe einzuplanen und mit Gedächtnistraining die geistige Beweglichkeit zu stabilisieren. In allen Bereichen versucht man die Bewohner selbst mit einzubeziehen, sei es, indem man die Gruppe ermutigt ihr Führstück oder sogar das Mittagessen selbst zuzubereiten, oder andere Aktivitäten, wie Ausflüge oder Gymnastikstunden, anbietet. Nach dem Rundgang trafen sich die Teilnehmer in der Cafeteria des Heims, um mit Hela Buchner, Stilla Braun und Jana Biske, die Fragen zu diskutieren, die während des Rundgangs aufgetaucht waren. Die am meisten gestellte Frage war natürlich, was kostet das alles und wie sieht die Finanzierung dieser Heime in Zukunft aus? Sowohl Hela Buchner, wie auch Stilla Braun konnten darauf keine beruhigende Auskunft geben. Selbst wenn die Kosten nicht weiter steigen würden, was nicht zu erwarten ist, sind die Überschüsse der Pflegeversicherung, wenn nichts geschieht, bis spätesten 2008 aufgebraucht. Aber bereits derzeit sind die Träger der Pflegedienste gezwungen, im Rahmen der allgemeinen Sparmaßnahmen, die Kosten wo immer möglich zu reduzieren. So setzt der Bezirk Oberpfalz zunehmend auf die Zweibettzimmer. Was die Heime, wie das in der Friedenstrasse, vor große Probleme stellt, da diese sich auf Grund früherer Vorgaben hauptsächlich auf Einbettzimmer eingestellt hatten. Auch was die täglichen Pflegezeiten bei den einzelnen Bewohnern angeht, versucht man diese auf ein Minimum zu drücken - so dass bei manchen Bewohnern sich die Pflegezeit auf ein Minimum von 1,5 Stunden reduziert. Keine angenehmen Aussichten für alle diejenigen, die glaubten, ihren Lebensabend etwas beschaulicher verbringen zu können. Was vor allem das Pflegepersonal nervt und sie daran hindert, mehr für ihre Heiminsassen da zu sein, ist die Flut von Verordnungen und Vorschriften, die zu beachten sind. Allein die allumfassende Dokumentation über jeden Handstrich, den das Pflegepersonal durchführt, kostet viel Zeit und geht für die Pflege verloren. Am Ende waren sich die Mitglieder von den Ortsverbänden Stadtmitte und Pölling darin einig, dass zwar vieles für die älteren Mitbürger getan wurde, die bestehenden Regelungen aber keinesfalls ausreichen, das Bestehen der Heime in der derzeitigen Qualität zu garantieren. Erstellt am
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