Kinderkrippe noch heuerNEUMARKT. Noch in diesem Jahr soll es eine Kinderkrippe in Neumarkt geben. Wie, wo, wie groß und wie teuer - diese Fragen sind noch ungeklärt. Bei der Stadtratssitzung am Dienstag beschloß man, eine weitere Umfrage abzuwarten um einen genauen Überblick über den Bedarf zu haben.Ergibt sich ein - erwarteter - Bedarf, stellt die Verwaltung automatisch einen entsprechenden Förder-Antrag und präsentiert das Ergebnis in der nächsten Stadtratssitzung. Die SPD wollte allerdings einen formellen Beschluß, eine Kinderkrippe in Neumarkt zu errichten. Dieser Antrag wurde von der CSU-Mehrheit abgelehnt. SPD-Stadträtin Gertrud Heßlinger bezeichnete die jüngsten Äußerungen von Seiten der CSU und die ideologische Diskussion als "mir zuwider": Obwohl in der letzten Stadtratssitzung die von der SPD vorgelegten Zahlen in keinster Weise angezweifelt wurden, sei jetzt plötzlich in Presse-Erklärung von "ominösen SPD-Zahlen" die Rede. Der Bedarf in Neumarkt sei vorhanden und werde zum Beispiel auch von der Schwangerenberatung des Gesundheitsamtes bestätigt. Und schließlich gehe es hier nicht um eine Rundumbetreuung für Kinder jeden Alters, sondern um eine relativ kleine Gruppe von höchstens zwölf Kindern. "Solange wir keine Zahlen haben, ist es sicherlich nicht verkehrt, wenn man welche erhebt", verteidigte OB Alois Karl die geplante Umfrage-Aktion der CSU-Fraktion. Im übrigen glaubte der Oberbürgermeister, daß "wir in der Sache gar nicht so weit auseinander sind". In diese Kerbe schlug auch Gesundheitsamts-Chef und CSU-Stadtrat Dr. Heinz Sperber: "Selbstverständlich gibt es einen Bedarf, und selbstverständlich sind wir alle dafür!" Allerdings gäbe es verschiedene Formen von Kinderkrippen - zum Beispiel auch in der Trägerschaft von einem Verein - mit entsprechend unterschiedlichen Kosten. Bei einer Bedarfsermittlung müßten auch die Kosten genannt werden. In jedem Fall soll noch heuer eine Art von Kleinkinderbetreuung in Neumarkt möglich werden. "Eine Kinderkrippe in Neumarkt wird es noch 2004 geben", sagte er im Namen der CSU. CSU-Fraktions-Chef und Bürgermeister Arnold Graf brachte als weitere Möglichkeit die Kleinkinderbetreuung in den Kindergärten in die Diskussion. Stadtrat Karl-Heinz Brandenburger wollte nicht einsehen, wieso eine solche Frage nicht schnell entschieden werden kann, wo doch die Zahlen und Maßnahmeempfehlungen des Landkreises vorliegen. "Und wir werden immer als Bremser beschimpft!" SPD-Fraktions-Sprecher Lothar Braun zeigte sich aber erfreut, daß die CSU in dieser Frage offensichtlich handlungsbereit ist. "Meinetwegen soll man dann halt noch die Auswertung dieses Fragebogens abwarten!" Einen grundsätzlichen Beschluß sollte man aber doch schon heute fassen. Flitz-Sprecher Hans-Jürgen Madeisky erinnerte daran, wie schnell es ging, als Entscheidungen um die Neumarkter Kulturmeile anstanden: "Warum erreichen wir diese Geschwindigkeit nicht bei sozialen Fragen!" Erstellt am
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