"Dynamisch und pulsierend"

NEUMARKT. Vorerst wacht nur ein stummer, gipsener Bogenschütze über das Museum Lothar Fischer. Das soll sich aber schlagartig mit der Eröffnung am 19. Juni ändern, wenn Oberbürgermeister Alois Karl eine "dynamische und pulsierende" Kulturstätte der Öffentlichkeit übergibt.

Dem Museum Lothar Fischer auf das Dach gestiegen: Johannes Berschneider, Arnold Graf, Alois Karl, Dr. Pia Dornacher Rudolf Müller-Tribbensee, Christiane Lischka-Seitz und Dr. Gabriele Moritz.
Foto: Erich Zwick
Am Montag präsentierten schon einmal stolz die Verantwortlichen den bezugsfertigen Neubau an der Weiherstraße als Ergebnis einer "spannungsreichen Architektur mit sensibler Lichtführung". Dass Architekt Johannes Berschneider eine gelungene Visitenkarte seines Könnens abgegeben hat, bescheinigten ihm nicht nur die Medienvertreter, sondern uneingeschränktes Lob erhielt er schon vorher von kompetenteren Kapazitäten aus ganz Deutschland.

So ein "Meisterstück" hat natürlich auch seinen Preis, aber - was in diesen Zeiten besonders wichtig ist - es kam günstiger als veranschlagt. 2,6 Millionen Euro investierte die Stadt, was Oberbürgermeister Alois Karl zu der Bemerkung veranlasste, dass noch nie vorher so viel Geld für Kunst und Kultur ausgegeben worden sei wie in diesem Jahr.

Auch die befürchteten Folgekosten bleiben dank kluger Logistik niedrig: Für die Beheizung wird die Erdwärme genutzt; für die Beleuchtung muß die Sonne herhalten. Mit ihr schlossen der Künstler und der Architekt einen "Pakt", damit die Skulpturen und Exponate im richtigen Licht (und Schatten) erscheinen.

Von einer anderen Seite beleuchtete Stadtbaumeister Rudolf Müller-Tribbensee das bei manchen wohl noch etwas gewöhnungsbedürftige Museum: Es stellt ein Bindeglied in einem neuen kulturellen Viertel der Stadt her auf einer Achse, ausgehend vom Schloßweiher, dessen Insel mit einer Lothar-Fischer-Plastik bereichert werden soll, zur Bücherei, zur Residenz, zum Reitstadel und später weiter zur Stadthalle.

In Richtung Kritiker zielte Bürgermeister Arnold Graf, der mit einer ersten Erfolgsbilanz seines erst am 2. Februar 2004 gegründeten Vereins der "Freunde und Förderer des Museums Lothar Fischer" aufwarten konnte: In kurzer Zeit haben sich 173 Idealisten (Jahresbeitrag 30 Euro) registrieren lassen.

Kulturamtsleiterin Dr. Gabriele Moritz geriet schier ins Schwärmen, was von Oberbürgermeister Alois Karl anerkennend registriert wurde, als sie neben den "hochkarätig besetzten kammermusikalischen Konzerten" im Kulturhaus Reitstadel im neuen Museum Lothar Fischer eine "Profilierung im Bereich der bildenden Kunst" erblickte.

Schließlich kam auch noch das "lebende Inventar" des Museums zu Wort: Dr. Pia Dornacher, verantwortlich für das Ausstellungskonzept, und Christine Lischka-Seitz für die Museumspädagogik freuen sich schon auf die ersten Besucher am 19. Juni. Bis dorthin bleibt ihnen noch viel zu tun. Rund 300 Plastiken Lothar Fischers aus Ton, Bronze, Eisen oder Gips/Styropor wollen noch publikumswirksam platziert sein.
ERICH ZWICK


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