"15 Sekunden Ruhe..."

NEUMARKT. "15 Sekunden Ruhe um 14.15 Uhr" - unter diesem Motto findet am 28. April zum nunmehr 7. Mal bundesweit der "Tag gegen Lärm" statt. Das Neumarkter Gesundheitsamt wies darauf hin, dass diverse Veranstaltungen in Schulen stattfinden und im Eingangsbereich des Amtes Informationsbroschüren zum Thema "Lärm" ausliegen.

Lärm ist ein gravierendes Umweltproblem. Andauernde, aber auch kurzzeitige Lärmexposition kann eine Vielzahl an negativen Effekten auf den Menschen haben, die von dem Gefühl, belästigt zu werden bis zu einer akuten oder chronischen Schädigung der Gesundheit reichen, heißt es vom Gesundheitsamt.

Wussten Sie schon, dass....
  • nahezu alle Deutschen (80%) in irgend einer Weise von Lärm betroffen sind?
  • über die Hälfte der Bevölkerung durch mehrere Lärmquellen zugleich belästigt werden?
  • über ein Drittel der Menschen in Deutschland sich durch Straßenlärm wesentlich belästigt
  • rund ein Viertel der Bundesbürger/innen vom Schienenverkehrslärm beeinträchtigt wird?
  • fast 15% sich durch Fluglärm wesentlich gestört fühlen?
  • immerhin 6,5% der Deutschen durch den Lärm ihrer Nachbarn hochgradig belästigt werden?
Bei gesundheitlichen Gefährdungen durch Lärm denkt jeder zunächst an die Ohren: Ca. 14 Mio. Bundesbürger, das sind ungefähr 15% der Bevölkerung; Tendenz steigend, leiden an Schwerhörigkeit, fast drei Millionen Bundesbürger leiden unter einem Tinnitus (Ohrensausen, Ohrenpfeifen etc.). Auch hier ist die Tendenz steigend. Nicht so auffällig, jedoch weitaus gefährlicher ist die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems. Lärm löst u.a. Stressreaktionen aus, Stresshormone werden ausgeschüttet, der Fettstoffwechsel verändert sich und der Cholesteringehalt im Blut steigt an. All dies sind risikovergrößernde Faktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere den Herzinfarkt. Der Herzinfarkt ist bei weitem die häufigste Krankheit, an der etwa die Hälfte aller Menschen hier zu Lande stirbt.

Darüber hinaus können durch andauernde Lärmexposition Schlafstörungen und eine Konzentrationsminderung auftreten.

Hier einige Tipps zur Verhütung von gesundheitlichen Schädigungen:
  • Werden Sie sich bewusst über den Lärm, den Sie selber verursachen.
  • Machen Sie nicht mehr Lärm als unbedingt erforderlich und unter gegebenen Umständen vermeidbar ist.
  • Achten Sie das Recht anderer auf Ruhe.
  • Tragen Sie immer Gehörschutz, wenn es vorgeschrieben oder ratsam ist. Benutzen Sie dafür ausschließlich Produkte mit optimaler Schutzfunktion.
  • Überprüfen Sie das Spielzeug Ihrer Kinder! Knackfrösche und Schreck-schusspistolen können auch bei kurzzeitiger Einwirkung erhebliche Gehörschäden nach sich ziehen!
  • Überprüfen Sie vor jeder Tätigkeit, ob Sie Gehörschutz benötigen werden: z.B. beim Rasenmähen, Heckeschneiden oder beim Heimwerken.
  • Vermeiden Sie Freizeitaktivitäten, bei denen Sie großen Schallpegeln ausgesetzt sind.
  • Unterlassen Sie Freizeitaktivitäten, die mit viel Lärm verbunden sind.
  • Überprüfen Sie kritisch die Lautstärkeeinstellung an Ihren Radio- und Fernseh-geräten, von denen Sie täglich beschallt werden.
  • Benutzen Sie nicht aus Spaß oder Unachtsamkeit die Hupe Ihres Kraftfahrzeuges.
  • Überdenken Sie Ihre Gewohnheiten: Muss das Radio- oder Fernsehgerät im Hintergrund laufen?
  • Lassen Sie in regelmäßigen Abständen Ihr Gehör von Fachleuten überprüfen.


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