Zehn Prozent mehr Straftaten !NEUMARKT. Die Zahl der Straftaten im Landkreis ist um über zehn Prozent angestiegen; in der Stadt Neumarkt sogar um über zwölf Prozent ! Verantwortlich dafür ist vor allem die Rauschgiftkriminalität, hieß es beim Sicherheitsgespräch im Landratsamt.
Riederer gab in seinen Ausführungen einen Überblick über den allgemeinen Sicherheitszustand im Landkreis Neumarkt unter Zugrundelegung der Kriminal- und Verkehrsstatistik für das vergangene Jahr. Danach ist die Kriminalität im Landkreis Neumarkt um 10,7% (=525 Fälle) angestiegen, während der Zuwachs in der Stadt Neumarkt 12,7% (=328 Fälle) betrug. Hingegen war die Kriminalitätsrate im Vorjahr (=2002) rückgängig gewesen und zwar um 6,2% im Landkreis und um 0,8% im Stadtgebiet. Der Löwenanteil des Kriminalitätsanstiegs ist darauf zurückzuführen, dass die Rauschgiftdelikte einen Zuwachs von 43,6% (=106 Fälle) erfuhren. Dabei handelt es sich überwiegend um sog. "Kontrolldelikte", die nur durch intensive Polizeiarbeit aufgedeckt werden können. Steigende Überprüfungszahlen ziehen logischerweise auch ansteigende Fallzahlen nach sich, hieß es von der Polizei. Ein Spitzenergebnis stellt die Aufklärungsquote von 66,6% der angezeigten Fälle dar. Gegenüber dem Vorjahr konnte das Ergebnis um fünf Prozent (Vorjahr 61,6%) gesteigert werden. Vergleichsweise betragen die Aufklärungsquoten in Bayern 64,7%, in Niederbayern/Oberpfalz 68,7% und im Schutzbereich der Direktion Regensburg (Landkreis und Stadt Regensburg, Landkreise Cham und Neumarkt) 64,7%. Im Verkehrsbereich ist die Gesamtunfallzahl ebenso wie die Zahl der dabei Verletzten rückläufig. Leider fanden 2003 im Straßenverkehr 23 Menschen den Tod, was ein Plus von 10 im Vergleich mit dem Jahr 2002 bedeutet. Festzustellen ist dazu aber, dass damals ein historisches Tief im Bereich der Verkehrstoten erreicht worden war. Rückläufig sind auch die Zahlen der Geschwindigkeitsunfälle und der Alkoholunfälle. Allgemein stellte Direktionsleiter Riederer mit Stolz fest, dass im gesamten Schutzbereich keine einzige rechts- oder linksextremistische Gewalttat registriert werden musste. Im Bereich Neumarkt war das auch schon im Jahr 2002 so. Durch die Bildung von personalstarken Arbeitsgruppen konnten aufsehenerregende Gewalttaten nahezu zu 100% geklärt werden. Anfang April ist es so auch gelungen einen Tatverdächtigen im Fall "Mareike" zu ermitteln, der die Tötung der vermissten jungen Frau gestanden hat. Dieses Kapitalverbrechen hat die Polizeidirektion im vergangenen Halbjahr enorm belastet. Auch im Bereich Neumarkt konnte eine spektakuläre Raubserie durch die Festnahme von sechs jungen Männern geklärt werden (wir berichteten ausführlich). Der Gruppierung werden neben Raubüberfällen auf Geschäfte in Neumarkt auch aufsehenerregende Straftaten in Nürnberg und im saarländischen Neunkirchen (Überfälle auf Auto- und Schmuckhändler) zur Last gelegt. Sein besonderen Dank ging neben Sicherheits- und Justizbehörden auch an die Feuerwehren und die Rettungsdienste, mit denen die Polizei vertrauensvoll und gut zusammenarbeite, sowie an die Angehörigen der Sicherheitswacht. Den Medien dankte er für die effiziente Unterstützung. Anerkennenswert nannte er das Engagement der Bürger, durch deren Aufmerksamkeit nicht selten ein wesentlicher Beitrag zur Aufklärung von Straftaten geleistet werden kann. Landrat Löhner und Neumarkts Oberbürgermeister Josef Karl betonten in ihren Ausführungen die Wichtigkeit von regelmäßigen Treffen zwischen Polizei und Sicherheitsbehörden, wodurch die bestehende gute Zusammenarbeit gepflegt und gefestigt werde. Erstellt am
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