Weiter harte Zeiten für Bau
NEUMARKT.
Die Rezession im bayerischen Bauhauptgewerbe setzte sich auch im Jahr 2003 fort, und ein
Ende der Krise scheint nicht in Sicht.
Nach Mitteilung des Bayerischen Landesamts für Statistik
und Datenverarbeitung mussten die Betriebe des Bauhauptgewerbes in Bayern 2003 Umsatzeinbußen
in Höhe von 300 Millionen Euro oder 1,9 Prozent hinnehmen. Die Zahl der geleisteten
Arbeitsstunden ging um 10 Millionen (-5,6 Prozent) zurück. Gegenüber dem Vorjahr waren 2003
am Bau rund 10 000 Personen (-6,6 Prozent) weniger beschäftigt. Auch die Auftragseingänge
waren rückläufig (-13,9 Prozent).
Die Talfahrt des bayerischen Bauhauptgewerbes hält weiter an. Wie das bayerische Landesamt für
Statistik und Datenverarbeitung mitteilt, erzielten die Betriebe des bayerischen Bauhauptgewerbes
2003 baugewerbliche Umsätze in Höhe von 15,8 Milliarden Euro und verfehlten damit das Vorjahresergebnis
um 300 Millionen Euro oder 1,9 Prozent. In den verschiedenen Sparten des Bauhauptgewerbes
waren deutliche Unterschiede bei der Umsatzentwicklung zu verzeichnen. Im Wohnungsbau erhöhten
sich die baugewerblichen Umsätze um nominal 2,5 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Hier kam es aufgrund
einer absehbaren Verschlechterung bei der Förderung von Wohneigentum im vergangenen Jahr
zu Vorzieheffekten, die zu einer Sonderkonjunktur im Wohnungsbau führten. Die übrigen Sparten wiesen
dagegen Umsatzeinbußen auf. Im gewerblichen und industriellen Bau erwirtschafteten die Betriebe
Umsätze von nur noch 5,5 Milliarden Euro, 4,7 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auch im öffentlichen
und Verkehrsbau wurde mit 4,5 Milliarden Euro das Vorjahresniveau nicht erreicht (-3,7 Prozent).
Deutlicher noch als bei den Umsätzen kommt die anhaltend schwache Baukonjunktur bei den geleisteten
Arbeitsstunden und der Beschäftigung zum Ausdruck. So wurden im Jahr 2003 mit rund
162 Millionen Stunden (nicht kalenderbereinigt) fast 10 Millionen oder 5,6 Prozent weniger Arbeitsstunden
geleistet als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig hat die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter nachgelassen.
Im Jahresdurchschnitt waren gut 141 000 Personen im bayerischen Bauhauptgewerbe tätig, das
waren über 10 000 oder 6,6 Prozent weniger als im Jahr 2002. Überdurchschnittlich nahm mit einem
Minus von 10,3 Prozent die Zahl der Auszubildenden ab.
Ein Ende der langjährigen Krise des bayerischen Bauhauptgewerbes scheint vorerst nicht in Sicht.
Obwohl die Umsätze im Bauhauptgewerbe gegen Jahresende im Vergleich mit dem Vorjahr noch etwas
zulegen konnten, spricht die Auftragslage derzeit nicht für eine Trendwende, bestenfalls für eine Stagnation.
So verbuchten die Betriebe mit 20 oder mehr Beschäftigten im zweiten Halbjahr 2003 Auftragseingänge
in Höhe von 4,8 Milliarden Euro, 5,6 Prozent weniger als 2002. Abnahmen waren dabei
in allen drei Bausparten zu verzeichnen. Zwar konnte auch bei den Auftragseingängen im letzten Quartal
noch eine leichte Entspannung in Form eines geringen Zuwachses in Höhe von 0,2 Prozent gegenüber
dem Vorjahresquartal verzeichnet werden. Dies allerdings auf niedrigem Niveau, lag doch der
Auftragsbestand Ende September noch um 15,2 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert.
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