Jagd auf Raser

NEUMARKT. 18 Menschen starben im letzten Jahr im Bereich der Polizeidirektion Regensburg (zu der auch der Landkreis Neumarkt zählt) bei durch Temposündern verursachten Verkehrsunfällen. Das sind zwei Menschen mehr als im Jahr zuvor. Wie bereits berichtet will die Polizei jetzt mit dem verstärkten Einsatz von Laserpistolen Jagd auf Raser machen.

Die Maßnahmen der vom Bayerischen Innenminister Dr. Beckstein Mitte des vergangenen Jahres ins Leben gerufenen Aktion "Verkehrssicherheit Bayern 2006" hat die Polizeidirektion Regensburg im letzten Quartal des Jahres 2003 umgesetzt. So hat sie in dem Zeitraum ihre personellen und technischen Ressourcen ausgeschöpft, um vorrangig die Geschwindigkeitsüberwachung zu intensivieren.

Die Notwendigkeit zeigt der tragische Verkehrsunfall im Dezember im Bereich der Polizeiinspektion Cham, bei dem fünf Menschenleben zu beklagen waren. Ursächlich nach den bisherigen Erkenntnissen waren dabei die Faktoren "Geschwindigkeit und Alkohol". Sicherlich werden solche Geschehnisse das Verkehrsgeschehen weiter begleiten, es gilt jedoch sie auf ein Mindestmaß zu reduzieren.

Allein wegen überhöhter Geschwindigkeit starben im zurückliegenden Jahr im Bereich der Polizeidirektion Regensburg (Stadt und Landkreis Regensburg, Landkreise Neumarkt und Cham) 18 Menschen. Dies sind zwei mehr als im Vergleichszeitraum zum Vorjahr, was einer Steigerung von 12.5 % gleichkommt.

Zwischenzeitlich stehen neun Laserpistolen im Bereich der Polizeidirektion Regensburg zur Verfügung. Deren Vorteil ist ihre Mobilität und Flexibilität. Kontrollpunkte können somit in kurzen Zeitabständen gewechselt werden. Die so gemessenen Fahrzeugführer werden sofort angehalten und einer ganzheitlichen Kontrolle von Fahrer und Fahrzeug durchgeführt. Allein hierbei deckten die Beamten im vierten Quartal zwölf Trunkenheitsfahrten auf. Vergleicht man dies mit der Gesamtzahl des Jahres 2003, wo bei gleichgelagerten Kontrollen 25 Trunkenheitsfahrten festgestellt und unterbunden wurden, so spricht diese Gegenüberstellung eine deutliche Sprache. Nahezu 350 Kontrollen zu allen Tages- und Nachtzeiten führten dazu, dass die Beamten 49 Geschwindigkeitsverstöße feststellten die so gravierend waren, dass auf den jeweiligen Fahrer ein Fahrverbot zukommt. Anzeigen ohne Fahrverbot gab es 350 und im Verwarnungsbereich waren es 716 Autolenker, die von den Beamten mit dem Laserstrahl erfasst wurden.

Die Radar- und Lichtschrankenmessung der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg wurde ebenfalls erheblich intensiviert. An deren Vergleichszahlen des dritten zum vierten Quartal 2003 lässt sich dies deutlich nachvollziehen. 475 Messungen (311 im dritten Quartal) führten dazu, dass 1893 (1761) angezeigt und 12.042 (10.159) verwarnt wurden. Die Beanstandungsquote fiel dabei leicht von 6,68% auf 5,90 % was auf einen bewussteren Umgang mit dem Gaspedal hindeutet.

Für die Polizei hat die höchstmögliche Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer im Schutzbereich oberste Priorität. Sie soll vorrangig durch Präventivmaßnahmen gewährleistet werden. Unabhängig davon wird an den Uneinsichtigen auch weiterhin mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und Maßnahmen herangetreten werden. Die Erhöhung der Geschwindigkeits- und Verkehrsüberwachung ist keine quartalsbeschränkte "Eintagsfliege", damit wird sich die Polizeidirektion Regensburg auch weiterhin befassen. Ziel ist es die Zahl der Unfallopfer kontinuierlich zu reduzieren.

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